09.06.2021 16:22 |

Kritik an Regierung

Ethikunterricht für SPÖ nur „Placebo-PR-Gag“

Ab Herbst kommt nach jahrelangen Debatten der Ethikunterricht. Allerdings nur in die Oberstufen für all jene, die den Religionsunterricht nicht besuchen - und nicht, wie vom Volksbegehren „Ethik für alle“ und auch den NEOS und der SPÖ gefordert, für alle Schüler. SPÖ-Bildungssprecherin Petra Vorderwinkler sprach am Mittwoch von einem „Placebo-Regierungsprogramm“.

Die konkreten Pläne für den Ethikunterricht ab kommenden Herbst hatte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) erst Anfang der Woche zusammen mit den Religionsgemeinschaften präsentiert - und somit nur wenige Tage vor der Behandlung des Volksbegehrens „Ethik für alle“ im Unterrichtsausschuss des Parlaments. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Böses dachten sich dabei die NEOS, die von einer „PR-Aktion des Bildungsministers“ sprachen. Die durchaus berechtigte Annahme: Das nun vorliegende Regierungsprogramm hat den Forderungen des Volksbegehrens den Wind aus den Segeln genommen und die Debatte über den Ethikunterricht an den Schulen des Landes vorerst beendet oder zumindest ruhiggestellt.

SPÖ sieht „Placebo-PR-Gag von Faßmann“
Auch bei der SPÖ kommt wenig Freude über das Ethik-Regierungsprogramm auf. SPÖ-Bildungssprecherin Petra Vorderwinkler reagierte angesichts des Ignorierens sämtlicher Anliegen des Volksbegehrens am Mittwoch „schwer enttäuscht“. Auch sie sprach von einem „Placebo-PR-Gag von Faßmann“. Weil er den Ethikunterricht „nur jenen vorbehält, die sich aktiv gegen den Religionsunterricht entschieden haben oder konfessionslos sind“, so Vorderwinkler, die außerdem ihre Kritik daran, dass der Ethikunterricht nach den Regierungsplänen weder Polytechnische Schulen noch Berufsschulen erreichen soll, erneuerte.

Ein SPÖ-Antrag, der einen Ethikunterricht für alle vorschlägt, sei am Mittwoch von der Regierung „in typischer Manier niedergestimmt“ worden. Das Volksbegehren „Ethik für alle“ habe einerseits 160.000 Unterstützungserklärungen gesammelt, darüber hinaus sprechen sich aber auch 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung für einen Ethikunterricht aus. Vorderwinkler: „Für sie alle ist das ein Schlag ins Gesicht!“

Harald Dragan
Harald Dragan
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