27.01.2011 12:35 |

17-jährige Iris B.

2. Teenie-Callgirl im Sog des Skandals um Berlusconi

Der Sexskandal um den italienische Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zieht immer weitere Kreise. Nun wollen Ermittler eine zweite minderjährige Prostituierte gefunden haben, die bei Berlusconi zu Gast war. Zudem wird der skandalumwitterte Premier jetzt auch noch mit Drogengeschäften in Verbindung gebracht.

Aus den Dossiers der Mailänder Staatsanwälte, die gegen Berlusconi wegen Amtsmissbrauchs und Beihilfe zur Prostitution ermitteln, geht laut italienischen Medien hervor, dass die minderjährige Prostituierte Iris B. an Partys in der Mailänder Villa des Premiers teilgenommen hat. Die heute 19-jährige Brasilianerin habe schon vor zwei Jahren in Berlusconis Luxusresidenz übernachtet, berichtet die römische Tageszeitung "La Repubblica".

Dealer lagerte Kokain in seiner Wohnung
Auch im Zusammenhang mit Drogenermittlungen gerät Berlusconi unter Druck. Eines der Showgirls, das in der Villa des Regierungschefs ein und aus ging, sei mit einem Drogendealer liiert gewesen, bei dem im vergangenen August zwölf Kilogramm Kokain beschlagnahmt wurden, berichtete die Zeitung. Das Kokain wurde im Keller der Wohnung des Showgirls in Mailand konfisziert, deren Miete angeblich Berlusconi bezahlte. Der Medienmogul soll in seinen Wohnungen in Mailand mehrere Models und Prostituierte untergebracht haben, die für ihre Dienstleistungen Geld und Schmuck als Bezahlung erhielten, vermuten die Ermittler.

Callgirl Ruby im Mittelpunkt der Ermittlungen
Die Mailänder Staatsanwälte ermitteln weiterhin auch im Fall des Teenager-Callgirls Ruby, das im Mittelpunkt des Skandals um Amtsmissbrauch und Prostitution steht. Fünf Millionen Euro soll die junge Marokkanerin für ihr Schweigen über die in der Villa des Premiers verbrachten Nächte verlangt haben, wie aus den Dossiers der Staatsanwälte hervorgeht.

Die Ermittler beschlagnahmten in der Wohnung der Frau in Genua ein Notizbuch, in dem Ruby notiert hatte, sie erwarte in zwei Monaten eine Geldüberweisung von 4,5 Millionen Euro. Aus abgehörten Telefongesprächen war hervorgegangen, dass Ruby von Berlusconi fünf Millionen Euro für ihr Schweigen verlangt hatte.

Belastendes Material auf 227 Seiten gesammelt
Die Staatsanwälte übergaben der Abgeordnetenkammer am Mittwoch ein weiteres Dossier mit belastendem Material gegen den Medienmogul. Das 227-seitige Konvolut ergänzt ein Dokument, das die Staatsanwälte dem Parlament bereits vor zehn Tagen übergeben hatten. Darin baten sie die Abgeordnetenkammer um die Genehmigung, das Büro von Berlusconis Buchhalter Giuseppe Spinelli zu durchsuchen. Spinelli wird beschuldigt, im Auftrag Berlusconis Dutzende Mädchen für ihre Nächte bei dem Premier bezahlt zu haben.

Der Premier lässt sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. "Mir ist in meinem Leben viel Kompliziertes passiert und es hat sich immer alles bestens gelöst", versicherte er.

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