„Unverhältnismäßig“

Angriff auf Stiefvater: Zwei Verdächtige enthaftet

Nach dem Messerangriff eines 19-jährigen Verdächtigen auf seinen 60 Jahre alten Stiefvater am Wochenende in Wiener Neustadt hat es zwei weitere Festnahmen in dem Fall gegeben. Zwei Burschen im Alter von 15 und 18 Jahren wurden festgenommen, mittlerweile aber wieder enthaftet. Das Landesgericht sah die Verhängung der U-Haft als „unverhältnismäßig“ an. 

Wie berichtet, hatte der 19 Jahre alte Stiefsohn des Opfers offenbar im Zuge einer Auseinandersetzung in einer Garage zum Messer gegriffen und mehrfach auf den 60-Jährigen eingestochen. Der Schwerverletzte schleppte sich noch ins Freie und wurde von zwei Zeugen bemerkt, die sofort die Rettung alarmierten. Der Angreifer ergriff nach der Tat die Flucht.

Cobra-Einsatz
Die beiden Zeugen sollten in der Folge maßgeblich zur raschen Festnahme des mutmaßlichen Täters beitragen. Sie erkannten ihn wenig später wieder, folgten ihm und meldeten der Exekutive den Aufenthaltsort. Die Polizei nahm den 19-jährigen Verdächtigen mit Unterstützung der Cobra fest. Über ihn wurde die U-Haft verhängt, die Frist läuft vorerst bis 31. Mai. Ermittelt wird wegen des Verdachts des versuchten Mordes.

Das 60 Jahre alte Opfer wurde in das Landesklinikum in der Statutarstadt gebracht und intensivmedizinisch betreut. Lebensgefahr bestand jedoch nicht.

19-Jähriger soll Tat angekündigt haben
Mittlerweile gab es in dem Fall zwei weitere Festnahmen, bestätigte Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft, einen „Kurier“-Bericht. Laut diesem gebe es konkrete Hinweise, dass der 19-Jährige gegenüber dem 18-Jährigen und dem 15-Jährigen die Tat angekündigt habe. Die Burschen begleiteten den Verdächtigen deshalb auch zur Garage, in der es zur Tat kam, hieß es. Ein Antrag auf U-Haft gegen die beiden sei gestellt worden, so Habitzl.

Donnerstagmittag hieß es jedoch seitens einer Sprecherin des Landesgerichts Wiener Neustadt, dass die beiden Verdächtigen aus der Justizanstalt entlassen wurden. Eine U-Haft sei als „unverhältnismäßig“ angesehen worden, so Birgit Borns auf APA-Anfrage. Begründet wurde das u.a. mit dem jungen Alter der Verdächtigen. Allerdings seien den beiden Weisungen erteilt worden, „dass sie parat bleiben müssen und sich mit keinem Beteiligten absprechen dürfen“, sagte Borns.

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