21.04.2021 13:34 |

Rede an die Nation

Putin warnt Ausland vor „jeglichen Provokationen“

Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei seiner jährlichen Rede an die Nation die wachsenden Spannungen mit dem Westen thematisiert und vor „jeglichen Provokationen aus dem Ausland“ gewarnt. Man werde hart und schnell reagieren, sagte er und sprach von andauernden und grundlosen unfreundlichen Handlungen gegen Russland, die bis in den Sport hinein reichten. Moskau strebe zwar gute Beziehungen zu anderen Ländern an und sei zu Dialog bereit, er hoffe aber, dass kein Staat Russlands „rote Linien“ überschreiten werde.

Die russischen Beziehungen zu den USA, der Europäischen Union und der NATO haben sich zuletzt massiv verschlechtert und sind so angespannt sind wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.

Verschärfter Konflikt in der Ostukraine
Hintergrund sind unter anderem das Vorgehen gegen den inzwischen inhaftierten Putin-Kritiker Alexej Nawalny und der wieder verschärfte Konflikt in der Ostukraine, wo die Führung in Moskau pro-russische Separatisten unterstützt und Zehntausende Soldaten an der Grenze zusammengezogen haben soll. Für den Abend haben Unterstützer Nawalnys landesweit zu Protesten aufgerufen. Der Gesundheitszustand des Oppositionellen hat sich nach Darstellung seines Teams im Straflager zuletzt massiv verschlechtert. Der 44-Jährige war vor rund drei Wochen in einen Hungerstreik getreten. 

Auch Spannungen zwischen Russland und Tschechien
Die USA haben zudem neue Sanktionen wegen des Vorwurfs der russischen Einmischung in die US-Wahl verhängt. Ferner warf Tschechien am Wochenende Russland vor, für einen Anschlag auf ein Munitionslager in dem NATO-Land vor rund sieben Jahren verantwortlich zu sein. Beide Länder wiesen daraufhin gegenseitig zahlreiche Diplomaten der jeweils anderen Seite aus.

Putin ruft Bevölkerung zur Corona-Impfung auf
Außerdem widmete Putin einen großen Teil seiner Rede, um die Bevölkerung zur Corona-Impfung aufzurufen. Der 68-Jährige hatte in der vergangenen Woche nach eigenen Angaben die zweite Impfung gegen das Virus erhalten. Zugleich forderte Putin, dass der Impfstoff flächendeckend in Russland verfügbar sein müsse. Es gibt immer wieder Berichte, dass Menschen in vielen Regionen lange auf eine Impfung warten müssen. Die Moskauer können sich hingegen sogar in großen Einkaufszentren impfen lassen.

Putin will bis zur Herdenimmunität impfen
Bisher sind in dem Land mit seinen etwa 146 Millionen Einwohnern vergleichsweise wenige Menschen gegen Covid-19 immunisiert. Nach jüngsten offiziellen Angaben sind bisher mehr als fünf Prozent der Bevölkerung geschützt. Putin zufolge soll bis zum Herbst die Bevölkerung so geimpft sein, dass eine Herdenimmunität entstehe. Angesichts hoher Infektionswerte im Ausland mahnte Putin zur Wachsamkeit.

„Es müssen alle Wege der Verbreitung kontrolliert werden.“ Russland hat drei eigene Impfstoffe gegen das Coronavirus.

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