„Kritik war notwendig“

Dornauer sieht Fortschritte bei Krisenmanagement

Tirol
20.04.2021 17:00

Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer übte zu Beginn der Corona-Pandemie harte Kritik am Krisenmanagement der schwarz-grünen Tiroler Landesregierung. Mittlerweile erkennt er Lerneffekte. Er spricht sich für baldige Öffnungen in der Wirtschaft aus. 

KroneUm den wortgewaltigen Tiroler SPÖ-Chef ist es in den vergangenen Wochen auffällig ruhig geworden. Warum?
Georg Dornauer:
 Das höre ich selten, aber gut, dass es Ihnen auffällt. Grundsätzlich gilt: Man muss nicht immer der Schnittlauch auf jeder politischen Suppe sein. Wenn man sich zu Wort meldet, soll man gehört werden. Ich denke, das ist der Fall und das ist die Aufgabe eines Parteivorsitzenden.

Sie haben zu Beginn der Pandemie die Landesregierung heftig und ausdauernd für ihr Krisenmanagement kritisiert und letztlich die Ischgl-U-Kommission erwirkt. Somit zufrieden?
Die Kritik war notwendig, zumal die Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen im Krisenmanagement sehr viel Schaden für Tirol in ganz Europa verursacht haben. Unsere klare Haltung ist durch die Kommission bestätigt worden, aber ich stehe nicht an, zu sagen, dass die Landesregierung in den vergangenen Monaten auch dazugelernt hat.

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Bedanken können sich unsere Touristiker dafür bei Landeshauptmann Platter und Kanzler Kurz.

Georg Dornauer

Jakob Falkner (Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden, Anm.) hat vor kurzem im „Krone“-Interview erklärt, was die Schweiz alles besser gemacht hat. Teilen Sie seine Einschätzung?
Natürlich wäre das Schweizer Modell auch für das Tourismusland Tirol anwendbar gewesen, allerdings sind vor Beginn der Wintersaison 2020/21 zu viele, einschneidende Fehler unter der schwarz-grünen Landesregierung passiert, sodass ein Öffnen der Lifte UND der Hotellerie national und international nur noch für Kopfschütteln gesorgt hätte. Bedanken können sich unsere Touristiker dafür bei Landeshauptmann Platter und Kanzler Kurz.

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Da sind touristische Interessen zweitrangig.

Georg Dornauer

Tirol ist Tourismusland Nummer eins. Sollten Touristiker bzw. ihre Mitarbeiter früher geimpft werden, damit die Saison frühestmöglich im Juni starten kann?
Ich wäre schon froh, wenn wir den bestehenden Impfplan auf Schiene bekommen und den Impffortschritt beschleunigen könnten. Das ist schließlich die Grundvoraussetzung für flächendeckende Öffnungen. Und für mich muss sichergestellt sein, dass besonders gefährdete Menschen jetzt umgehend geschützt werden. Da sind touristische Interessen zweitrangig.

Ihre Bundesparteichefin schlägt einen wochenlangen harten Lockdown vor, in Tirol stellt sich LH Platter dagegen. Was wäre Ihr Zugang in dieser Frage?
Ich persönlich stehe für eine regionale Differenzierung. Aus meiner Sicht müssen das aktuelle Infektionsgeschehen, die Auslastung der Intensivstationen und der regionale Impffortschritt zur Bewertung der Situation herangezogen werden. Auf dieser Grundlage müssen wir wohlüberlegte Entscheidungen für Öffnungen treffen, die den Menschen Hoffnung machen und Perspektiven geben.

Wo sehen Sie sich eher in einigen Jahren: Als Mitglied der Tiroler Landesregierung oder vielleicht sogar als roter Minister in Wien?
Ich bin mit meinen derzeitigen Aufgaben sehr gut ausgefüllt, aber ich werde immer dort meine politische Arbeit verrichten, wo mich der Wähler haben will.

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