Teil von Protoplanet

Deutsche Forscher entdecken neue Art von Asteroiden

Wissen
07.01.2011 12:40
Auf eine neue Art von Asteroiden sind jetzt deutsche Forscher gestoßen. Es handle sich um einen kosmischen Brocken von ein bis zwei Kilometern Durchmesser mit einer einzigartigen chemischen Zusammensetzung, berichtete das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Der Asteroid mit der wissenschaftlichen Bezeichnung 1999 TA10 bewege sich auf einer elliptischen Bahn und komme unserer Erde bis auf einige Millionen Kilometer nahe.

1999 TA10 sei wahrscheinlich aus dem Inneren des sogenannten Protoplaneten Vesta (Bild) herausgeschlagen worden, schreiben die MPS-Forscher im Fachjournal "Icarus". Vesta gilt als einziger verbliebener Protoplanet (ein Vorläufer eines Planeten) aus der frühen Phase des Sonnensystems. Alle anderen haben sich nach und nach zu Planeten zusammengeballt oder sind durch heftige Zusammenstöße zerbrochen.

Vesta bietet damit einzigartige Einblicke in die frühe Entstehung der Planeten unseres Sonnensystems vor mehr als vier Milliarden Jahren. Der 525 Kilometer große Brocken ist daher in diesem Sommer auch Ziel der NASA-Raumsonde "Dawn", die den Protoplaneten ein Jahr lang begleiten soll.

Neuartiger Asteroid enthält Vesta-Material
Auch Vesta hat in seiner Geschichte Kollisionen erlebt, bei der vermutlich die Asteroiden-Gruppe der sogenannten Vestoiden aus seiner Kruste herausgeschlagen worden ist. Bisher seien jedoch Zweifel an dieser Theorie geblieben, schreibt das MPS, da unter diesen Asteroiden keiner nachgewiesen werden konnte, der Material aus dem Mantel von Vesta enthält. Diese Lücke schließe nun 1999 TA10, so die Forscher.

Mit einem Teleskop auf Hawaii maßen die Forscher um Andreas Nathues jetzt die chemische Zusammensetzung des kosmischen Brockens. Das Verhältnis der Mineralien Wollastonit und Ferrosilit weise auf einen Ursprung des Asteroiden in Vestas Mantel hin. Bei keinem anderen Vestoiden sei ein derart geringer Eisenanteil gemessen worden.

Foto: Ben Zellner (Georgia Southern University), Peter Thomas (Cornell University), NASA

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