18.04.2021 08:00 |

„Krone“-Kolumne

Sex im Lockdown: Pandemie-Frust statt Lust

Soziologin und Sexualpädagogin Barbara Rothmüller darüber, wie Stress und Streit ein erfülltes Sexleben verhindern. 

Wie lustvoll das Sexleben von Paaren vor der Pandemie auch war: Der Lockdown ist eine Belastung. Stress und Streit sind hauptsächlich verantwortlich dafür, wenn der Partner-Sex in der Pandemie keinen Spaß mehr macht. Wie die Studie zu Liebe und Sexualität in der Pandemie zeigt, wirkt sich die Situation des Lockdowns unmittelbar auf die Sexualität von Paaren aus: Positiv, wenn Paare aufgrund der Pandemiesituation mehr Zeit für Sex und Intimität haben. Negativ, wenn mehr Konflikte im Haushalt dazu führen, dass sich Partnerinnen und Partner zunehmend voneinander distanzieren.

Wenn Menschen aufgrund von Stress keine Zeit mehr für sich selbst und keinen Rückzugsort haben, leidet auch die sexuelle Zufriedenheit. Menschen, die sich in der Pandemie traurig und unglücklich fühlen, erleben ebenfalls nur mehr selten Spaß beim Sex. Daneben belasten Geldsorgen und Kindererziehung das Sexleben von Paaren im Lockdown.

Frisch verliebte Paare in den ersten 1-2 Jahren der Partnerschaft haben im Vergleich noch das höchste Begehren und die höchste sexuelle Zufriedenheit - allgemein, aber auch in der Pandemie. Nach den ersten Jahren einer Partnerschaft bleibt die sexuelle Zufriedenheit in Langzeitbeziehungen dann meist relativ stabil. Ob eine Partnerschaft monogam gelebt wird oder eine offene Beziehung ist, spielt dabei keine Rolle. 40 Prozent der Menschen in Langzeitbeziehungen bedauern allerdings, dass ihr Sexleben nicht mehr so aufregend ist wie zu Beginn der Partnerschaft.

Bereits im Herbst 2020, zu Beginn des langen Lockdown-Winters, hat sich der Anteil der (Ehe-)Paare verdoppelt, die keine Lust mehr auf Sex haben. Dabei sind es vor allem jene Menschen, die ihre (veränderten) sexuellen Bedürfnisse in der Pandemie nicht mit dem Partner bzw. der Partnerin besprechen können, die einen Rückgang der sexuellen Zufriedenheit beklagen.

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Dr.in Barbara Rothmüller, Soziologin und Sexualpädagogin

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