12.04.2021 16:20 |

„Katastrophe abwenden“

Gegen Rendi-Wagner-Linie: Dornauer für Öffnungen

Bundesweiter Lockdown oder schrittweise Öffnungen? Seit Wochen ringt die SPÖ um eine einheitliche Linie. Jetzt ist der nächste Zwist vorprogrammiert. Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer drängt nämlich in Richtung Öffnungen und stellt sich damit gegen seine Bundeschefin Pamela Rendi-Wagner, die sich zuletzt für einen österreichweiten Lockdown ausgesprochen hatte. Dornauer wolle „alles daransetzen, um gut überlegte, vorsichtige Öffnungsschritte im Mai durchführen zu können“, sagte er am Montag. 

Man müsse den Menschen „dort, wo es die Situation und der Impffortschritt zulassen“, Alternativen zu privaten Treffen anbieten, so Dornauer in einer Aussendung. „Der Gastgarten im Freien kann eine solche Alternative sein, wie wir in der Modellregion Vorarlberg gesehen haben“, meinte er.

Warnung vor „eindimensionalen Plänen“
Der Tiroler Vorsitzende verwies dabei „auf zahlreiche Expertenmeinungen, die vor der Ansteckung in privaten Innenräumen und in Großraumbüros warnen“. Man dürfe bei der Pandemiebekämpfung nicht „auf eindimensionale Pläne“ setzen, und nur die „gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen“ betrachten. „Ziel muss es sein, Gesundheit und Menschenleben zu schützen, Pleiten und wirtschaftliche Katastrophen abzuwenden, aber auch die sozialen und psychischen Auswirkungen der Krise einzudämmen und bestmöglich zu verhindern“, sagte Dornauer.

SPÖ nicht auf Linie
Dornauer ist damit der nächste SPÖ-Landeschef, der offen gegen den Lockdown eintritt. Erst kürzlich kritisierte der niederösterreichische SPÖ-Landesparteivorsitzende Franz Schnabl öffentlich den von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil verhängten Ost-Lockdown und bezeichnete diesen als „Spaltung des Landes“.

Auch Seilbahn-Chef Hörl für Öffnung
Ins selbe Horn stieß Seilbahnen-Chef und ÖVP-Nationalratsabgeordneter Franz Hörl. Dieser drückte vor dem Bund-Länder-Gipfel in Sachen Corona bezüglich Öffnungen von Gastronomie und Hotellerie aufs Tempo: „Am besten mit 1. Mai“ sollten diese vonstattengehen, aber jedenfalls „so bald wie möglich“ im selben Monat. Hörl begrüßte, dass nunmehr auch die Sozialpartner eingebunden würden - damit sei eine „breite Meinungsbasis“ gewährleistet, und es würden nicht nur „Virologen und Epidemiologen“ gehört werden.

Tiroler WK-Präsident für Lockerungen in Gastro und Hotellerie
Für Öffnungsschritte im Mai trat am Montag auch Tirols WK-Präsident Christoph Walser ein. Er sprach sich für Lockerungen vor allem für Gastronomie und Hotellerie aus. Die Politik müsse sich darüber im Klaren sein, dass sich die Menschen zuletzt immer häufiger im privaten Bereich trafen. „Um das zu verhindern, weil dort die größte Ansteckungsgefahr droht, wäre es natürlich klüger, Gaststätten und Restaurants für sie zu öffnen“, sagte Walser der „Tiroler Tageszeitung“.

Verweis auf Beispiel Vorarlberg
In diesem Zusammenhang verwies der schwarze Wirtschaftskämmerer wie Tirols oberster Roter auf das Beispiel Vorarlberg. „Dort sind nach den Öffnungen Mitte März zwar die Fallzahlen wieder gestiegen, aber nicht explosionsartig. Die Eintrittstests in die Gastronomie funktionieren“, plädierte Walser auch für letzteres. Auch für Kultur und Sport wären Öffnungsschritte wichtig, „man muss die Bevölkerung endlich wieder etwas tun lassen“, so der Tiroler Wirtschaftskammerchef.

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