Kostenfalle

Die Abzock-Tricks der Handwerker

Wirtschaft
06.04.2006 10:53
Die Waschmaschine ist leck? Die Heizung kommt einfach nicht auf Touren? Jedes Mal wenn du das Backrohr benutzen willst, fliegen die Sicherungen? Dann ist es höchste Zeit, die Handwerker ins Haus zu holen! Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, denn Installateur, Tischler & Co. haben eine Menge Tricks auf Lager, die die ohnehin schon nicht billige Rechnung noch weiter in die Höhe treiben...
Wenn es irgendwie geht, solltest du die Handwerker nur zu den regulären Öffnungszeiten rufen, denn außerhalb dieser Zeiten (Abend, Nacht, Wochenende, Feiertage) steigen die Tarife. Laut Arbeiterkammer um 50 bis 100 Prozent sowohl für Arbeits- als auch Wegzeit! 
 
Doch das ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Die Unseriösen unter den Gesellen haben weitere Tricks parat, wie sie die Kostenabrechnung massiv in die Höhe schnellen lassen können:
  • Teure Anfahrtskosten: Die Anreise des oder der Handwerker kann ins Geld gehen. Vor allem, wenn sie aus einem anderen Bezirk erfolgt, sind schnell zusätzliche Gebühren fällig. Ein beliebter Trick ist es, dir die gesamte Anfahrt in Rechnung zu stellen, obwohl auf dem Weg mehrere Kunden abgeklappert wurden. In manchen Fällen kann eine Pauschale billiger kommen, die allerdings z.B. in Wien nicht einmal die Hälfte aller Betriebe anbietet.
  • Zwei Mann vor Ort: Manche Firmen schicken gleich zwei Handwerker zu dir, obwohl auch eine Person die Arbeit erledigen könnte. Das kann dir nur egal sein, wenn du zuvor einen Fixpreis vereinbart hast.
  • Großzügig aufrunden: Der Handwerker kommt, sieht und löst das Problem in wenigen Minuten. Am Ende wird dir trotzdem eine volle Stunde in Rechnung gestellt. Hier wird abgezockt, denn in der Regel wird maximal auf die nächste halbe Stunde aufgerundet.
  • Achtung bei Pauschalpreisen: Wenn du einen Pauschalpreis vereinbart hast, sind darin die Arbeitszeitkosten bereits erhalten. Schwarze Schafe verrechnen die Arbeitszeit trotzdem extra...
  • Billige Arbeit, teures Material: Hin und wieder locken Firmen mit sehr günstigen Tarifen für die Arbeitszeit, versuchen dafür aber mit sündteuren Preisen für das Material die eigene Gewinnspanne zu vergrößern.
  • Ein besonders übler Trick: Bei deiner Waschmaschine ist eigentlich nur ein Schalter kaputt, der Mechaniker behauptet aber, das ganze Gerät sei im Eimer. Als Laie ist das natürlich schwierig zu beweisen.
  • Spezielle Geräte: Es kann vorkommen, dass beim Einsatz vor Ort nicht das nötige Spezialwerkzeug vorhanden ist. Die Aufschläge für solche Geräte können enorm sein. Wenn möglich, bestehe auf den Einsatz herkömmlicher Geräte.

Schützen kannst du dich gegen diese Methoden vor allem dadurch, indem du schon vor Erbringung der Leistung nach den exakten Preisen erkundigst. Überprüfe zudem genau jeden einzelnen Posten auf der Rechnung und wende dich im Notfall an Konsumentenschützer.

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