Die Lockdowns ließen den Bierbedarf sinken: Ganze 170 Millionen Krügerl wurden weniger gezapft. Das Villacher Bier füllt aus diesem Grund derzeit gar keine Fässer ab. Der Appell der Brauereien wird immer lauter: „Im April muss Gastro-Öffnung her!“
Österreich ist ein Bierland; mit 106 Litern trinken die Kärntner hinter den Tschechen am zweitmeisten Gerstensaft in Europa. Wegen Corona gab es aber massive Einbrüche, der Verbrauch ist um 30 Prozent gesunken.
Keine Fassbiere mehr
Vor allem beim Fassbier: 170 Millionen Krügerl weniger wurden 2020 gezapft. „Wir füllen in Kärnten kein Bier mehr in Fässer ab“, erklärt Thomas Santler von Villacher Bier. Der Bierbedarf daheim sei zwar um zehn Prozent gestiegen. Der Flaschen- und Dosenverbrauch geht also gut, kann aber die gesperrte Gastronomie nicht aufwiegen.
Hunderte Hektoliter abgelaufen
„Villacher Bier gehört jetzt gänzlich zur Brauunion“, sagt Santler. Und zur Relation: „Wir stellen jährlich 300.000 Hektoliter Gerstensaft her. Die Brauunion 4,5 Millionen.“ Der Konzern finanzierte mit 20 Millionen Euro den optimalen Ausbau der Brauerei in der Draustadt. In Villach sind rund 200 Mitarbeiter beschäftigt, kärntenweit 250. Aber: „Die Wintersaison fiel gänzlich ins Wasser. Hunderte Hektoliter Bier sind abgelaufen, werden wohl vernichtet. Wir hatten schon Anfragen, den Alkohol herauszudestillieren.“
Gasthäuser im April aufsperren
Das Sommergeschäft sei nun entscheidend. Santler: „Wir sind in der Nähe von Italien und Slowenien, wo unser Bier gut geht. Aber nur mit einem optimalen Verbrauch kommen wir 2021 mit einem blauen Auge davon. Dafür müssen die Gasthäuser im April aufsperren!“
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