Den weitverzweigten Drogenring hatten zwei Tresorknacker aus Wien-Ottakring aufgebaut, weil den fast 60-Jährigen ihr früheres kriminelle Handwerk zu "stressig" geworden war. Mittels Krankengeschichten von Krebspatienten aus dem Internet fälschten die Drahtzieher Hunderte Arztbriefe und Rezepte sowie Ausweise von Hilfsorganisationen. Damit klapperten sie Ordinationen ab, gaben sich als Pfleger aus und ließen sich für ihre angeblichen Patienten starke Medikamente verschreiben. Die Drogenersatzpräparate wurden per Post verschickt oder persönlich an Kunden auch im Burgenland geliefert. Dafür war den Kriminellen keine Mühe zu groß. Einer der Bosse fuhr in sechs Monaten stolze 50.000 Kilometer, wie die Polizei herausfand.
Haschisch um 600.000 Euro verkauft
Die Bande soll nicht nur 20.000 Stück Substitol und fast 32.000 Stück Somnubene, sondern auch Marihuana und Haschisch im Schwarzmarktwert von 600.000 Euro verkauft haben. Das miese Geschäft war profitabel: Die Haupttäter erzielten einen Gewinn von 200.000 Euro. "Mithilfe von Freigängern wurde der 'Stoff' sogar in die Strafanstalt Graz-Karlau geschmuggelt", heißt es. Hinter Gittern sitzen jetzt die Rädelsführer, zwei Komplizen und drei Dealerinnen, die Jüngste erst 16 Jahre alt.
von Karl Grammer, Kronen Zeitung
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