Am Kasberg in Oberösterreich haben Höhlenforscher Ende Dezember einen historischen Wisent-Schädel entdeckt. Das gut erhaltene und fast vollständige Skelett wurde Anfang Jänner aus einem 30 Meter tiefen Schacht geborgen und wird nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Ab sofort ist Fund eine Woche lang bei der Bergstation zu bewundern.
Das genaue Alter des Schädels wird noch bestimmt. „Der Wisent wird auch Europäischer Bison genannt und lebte in freier Wildbahn in unseren Breiten bis in das frühe Mittelalter. Die Tiere konnten um die Jahrhundertwende nur knapp vor dem Aussterben bewahrt werden“, erklärte Biologin Teresa Schaer in einer Pressekonferenz am Dienstag in Grünau im Almtal. „Heute leben geringe Populationen unter anderem im Nationalpark Bialowieza an der polnisch-weißrussischen Grenze, in Deutschland im Rothaargebirge, in Nord-Ost-Rumänien sowie in einigen Zoos und Wildparks“, ergänzte sie.
Die Höhlenforscher Franz Moser und Franz Rührlinger entdeckten das Skelett am 29. Dezember. Nach der Bergung wurde es am Institut für Paläontologie der Universität Wien mit Unterstützung von dessen Leiterin Doris Nagel gesichtet. Der Fund wurde dann präpariert, um ihn gegen Umwelteinflüsse zu schützen und haltbar zu machen.
Alter wird mit C14-Methode festgestellt
Aktuell wird das Alter mit der sogenannten C14-Methode überprüft sowie das Skelett genetisch analysiert, um festzustellen, zu welcher Art oder Unterart der Wisent gehört oder ob er möglicherweise eine unbekannte Art sein könnte.
Der Kasberg-Wisent soll in der Region bleiben. Zunächst wird der Schädel bei Schönwetter direkt im Skigebiet bei der Bergstation der Sesselbahn Ochsenboden zu bestaunen sein. Dann übersiedelt das ganze Skelett in den Cumberland Wildpark Grünau und wird dort ausgestellt.
Quelle: APA
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