750 Sportartikelgeschäfte gibt es in den touristischen Regionen Österreichs, rund 500 davon in Tirol. Eine Studie zeigt: Vier von fünf Betrieben würden die Wintersaison ohne Hilfen nicht überstehen.
Sportartikelhändler sind laut Studie von SportsEconAustria (SpEA) fast ausschließlich familiengeführte Einzelunternehmen (94 Prozent). 2019 erzielten sie rund 963 Millionen Euro Umsatz. Das sind 44 Prozent der gesamten Einnahmen des Sportfachhandels in Österreich (2,2 Mrd. Euro). „Wichtig ist dabei hervorzuheben, dass die touristischen Sportfachhändler mindestens 65 Prozent ihres Umsatzes alleine in den Monaten Dezember bis März erwirtschaften“, sagt Autor Univ.-Prof. Christian Helmenstein. Die Umsätze aus den touristischen Herkunftsländern Deutschland, Niederlande und England machen über 70 Prozent des Umsatzes der Sporthändler in touristischen Gebieten aus.
Totalausfall der Saison trifft die Betriebe hart
„Mittlerweile ist klar: Ohne Auslandstourismus ist praktisch von einem Totalausfall der Wintersaison und den Umsätzen in den wichtigsten Monaten des Jahres zu sprechen. Laut unseren aktuellen Zahlen von den touristischen Sportartikelhändlern beträgt das Umsatzminus seit Jahresbeginn 2021 bis zu 95 Prozent“, konkretisiert Katrin Brugger, Sprecherin des Sportartikelhandels in der Wirtschaftskammer Tirol (WKT). Dies stelle die Familienbetriebe vor ein „Worst-Case-Szenario“.
„Engpässe dramatisch“
Das wichtigste Datum für die Sportfachhändler in den Tourismusgebieten war nicht die Öffnung am 8. Februar, sondern der 16. Februar: Seit diesem Tag ist der Ausfallbonus zu beantragen. Er ist nicht an die Öffnung des Geschäftes gekoppelt und inkludiert auch Ski-Verleih, Service und Depot, die bisher in den Wirtschaftshilfen und bei der Regelung der indirekt betroffenen Branchen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. „Allerdings brauchen diese Familienbetriebe unbedingt jetzt das Geld am Konto, die Liquiditätsengpässe sind aktuell dramatisch“, schildert Katrin Brugger.
FP: Rasche Auszahlung der Hilfsgelder nötig
Nach Rücksprache mit der Branche fordert FP-Tourismussprecher NR Gerald Hauser einen Umsatzersatz von 40 Prozent für die gesamte Dauer des Betretungsverbots von Beherbergungsbetrieben. „Aktuell angeboten hat die Bundesregierung 15 bis 20 Prozent“, sagt Hauser. Ein FP-Antrag im Tourismusausschuss sei von Türkis-Grün auf die lange Bank geschoben worden. „Deswegen bringe ich ihn in der heutigen (Mittwoch, Anm.) Plenarsitzung des Nationalrates erneut ein!“ Die Branche erhielt laut Hauser im November des Vorjahres 40 Prozent und im Dezember 25 Prozent Umsatzersatz. Dazwischen waren die Betriebe ein paar Tage geöffnet.
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