Diese Entwicklung gab es zwar schon, doch durch die Corona-Krise wurde sie verschärft: Die Menschen werden einsamer! Das Leben mit Abstand macht vielen zu schaffen. Für manche ist die Telefonseelsorge die einzige Möglichkeit, mit jemanden zu sprechen. Die Anruferzahlen stiegen seit Beginn der Krise massiv an.
Der Ausnahmezustand in der Pandemie wurde mittlerweile zum Dauerzustand. „Wir merken Erschöpfung und Ausgelaugtsein bei unseren Anrufern. Sie haben nichts Schönes mehr, auf das sie sich freuen können“, schildert Antonia Keßelring, Leiterin der Telefonseelsorge. Für einsame Menschen sind diese Dienste besonders wichtig; gerade jetzt wo Gruppensport oder Kaffeehausbesuche nicht mehr möglich sind.
Jeder Zweite fühlt sich im Lockdown einsam
Laut einer EU-weiten Studie fühlte sich jeder zweite befragte Österreicher im ersten Lockdown zumindest gelegentlich einsam. Und diese Zahl steigt. „Wir verzeichnen täglich bis zu 100 Anrufe. Vor allem im Lockdown sehen wir erhöhten Bedarf“, beschreibt Dunja Sporrer, Leiterin des Plaudernetzes, eine Kooperation zwischen der „Kronen Zeitung“ und der Caritas.
Ruth B. begann dort als Anruferin, mittlerweile ist sie selbst Plauderpartnerin, also Mitarbeiterin. „Viele Leute haben niemanden und im Moment auch weniger zu tun. Das ist schwierig“, sagt sie. Auch Daniela Zupancic leiht anderen Menschen ihr Ohr: „Der Bedarf wäre sicherlich auch ohne die Krise da, doch sie wirkt verstärkend.“ Das Plaudernetz ist kostenlos unter: 05/1776-100 zu erreichen.
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