Prozess in Belgien

Kind in Schlepper-Bus getötet: Polizist verurteilt

Ausland
12.02.2021 19:55

Ein Gericht im südbelgischen Mons hat einen Polizisten wegen des Todes eines kurdischen Flüchtlingsmädchens zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Mädchen hatte sich im Frühjahr 2018 mit anderen Migranten in einem Kleinbus befunden, als es zu einer Verfolgungsjagd mit der Polizei kam. Um das Schlepperfahrzeug zu stoppen, gaben die Sicherheitskräfte Schüsse ab. Ein Querschläger verwundete das kleine Mädchen tödlich.

Mit dem Urteil folgte das Gericht am Freitag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte dem 48-jährigen Angeklagten vorgeworfen, mit seinem Schuss auf einen Kleinbus von mutmaßlichen Menschenschmugglern die offensichtliche Gefahr für die Insassen in Kauf genommen zu haben. Nach Angaben der Polizei hatte der Beamte den Schuss in der Absicht abgegeben, das Fahrzeug nach mehr als 60 Kilometern Verfolgungsjagd zum Anhalten zu bringen.

Vier Jahre Haft für Schlepper
Neben der zweijährigen Mawda Shawri befanden sich rund 30 weitere Personen in dem Fahrzeug. Die Anwälte von Mawdas Eltern forderten eine Anklage wegen Mordes. Der mitangeklagte Fahrer des Transporters, ein 21-jähriger Kurde aus dem Irak, wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Quelle: APA

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