Bei Impfstoffen

Mutation: Hacker lehnt Bevorzugung Tirols ab

Wien
11.02.2021 14:38

Um der Ausbreitung der neuen südafrikanischen Coronavirus-Mutation besser entgegenwirken zu können, hat das Land Tirol seinen Wunsch nach mehr mRNA-Impfstoffen im Gesundheitsministerium deponiert. Dieser Idee kann der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker nichts abgewinnen. Der Wunsch Tirols nach mehr mRNA-Impfstoffen, die angeblich besser gegen die Variante B.1.351 wirken sollen, sei „aus der Emotion heraus verständlich, aber ausgeschlossen“, teilte Hacker am Donnerstag mit.

Schließlich habe jedes Bundesland „fixe Impfkontingente“. Eine Absage an die Tiroler Forderung erteilte auch das Burgenland. Albrecht Prieler, Impfreferent der burgenländischen Ärztekammer und Mitglied im Nationalen Impfgremium, erklärte am Rande einer Pressekonferenz am Donnerstag diese Überlegung für „unethisch“. Älteren Personen in anderen Landesteilen könne man nicht erklären, dass sie nicht geimpft werden, weil in Tirol mehr Impfstoff angefordert werde.

Video: So wirken mRNA-Wirkstoffe

„Dringender Wunsch“ ans Gesundheitsministerium
Tirol hatte seinen Wunsch nach einer entsprechenden Bevorzugung bereits beim Gesundheitsministerium und beim Bundeskanzleramt deponiert. „Da laut derzeitigem Wissensstand nicht gesichert ist, wie wirksam der Impfstoff von AstraZeneca bei der südafrikanischen Virusmutation ist, haben wir beim Gesundheitsministerium und beim Bundeskanzleramt gestern den dringenden Wunsch auf zusätzliche Lieferungen von mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna eingemeldet“, bestätigte Landesamtsdirektor Herbert Forster in Zeitungsberichten.

Wenn wegen der südafrikanischen Virusmutation eine besondere Sachlage in Tirol gegeben sei, dann rechtfertige dies auch eine Sondertranche dieser Impfstoffe, so Forster weiter. Auch medizinische Fachexperten wie Tirols Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger würden diese Forderung unterstützen.

Ein deutliches Nein kommt hingegen auch aus Oberösterreich. LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP), für Gesundheitsagenden zuständig, meinte: „Eine Veränderung des Verteilungsschlüssels steht für uns nicht zur Debatte.“

Quelle: APA

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