Weniger als die Hälfte (45,4 Prozent) von 435 befragten Eltern bezeichneten im Rahmen der Studie diese Erziehungsmethode als "völlig falsch", wie Studienautorin Monika Mehlmauer erläuterte. Familienlandesrätin Verena Dunst (SP) sieht in dem Ergebnis "natürlich einen Auftrag an die Politik".
Es ist keine Schande zu sagen, dass es Situationen gibt, wo es irrsinnig schwierig ist, dass ich als Vater oder Mutter meine Geduld und meine Toleranzschwelle so hoch habe, dass mir das nie passiert", erklärte Dunst. Es gehe nicht darum, "Väter und Mütter zu verurteilen. Sondern sie zu bemächtigen, anders in solchen Situationen zu reagieren", sagte die Familienlandesrätin.
Ergebnis sei ernste Warnung
Der Auftrag an die Politik sei für sie, dass man sich als Elternteil eingestehen kann, dass man Probleme habe. Auch Soziallandesrat Peter Rezar (SP) verwies darauf, dass es "Normalität" sei, dass es Probleme gibt. "Der besondere Umstand, dass mehr als 43 Prozent angeben, dass das (die "g'sunde Watschen", Anm.) zumindest gelegentlich vorkommt, ist eine ernste Mahnung und unser Wunschziel muss natürlich sein, dass diese Zahl gegen Null geht", so Rezar.
Kommt bald Führerschein für Eltern?
Erste Schritte in Richtung Aufklärung und Sensibilisierung wurden bereits gemacht. Seit Jahren wende man sich speziell in Kindergärten und Volksschulen an die Eltern, sagte Kinder- und Jugendanwalt Christian Reumann. Zusätzlich soll laut den beiden Landesräten im kommenden Jahr das Thema Elternbildung forciert werden. Finanzielle Hilfe werde es dafür sowohl vom Bund als auch vom Land geben. Außerdem überlege man schon seit Jahren, "wie wir Elternbildung verpflichtend machen können. Einen Führerschein zu machen, bevor ich in ein Auto steige, ist auch verpflichtend", so Dunst.
Fragen mehrheitlich von Müttern beantwortet
Im Zuge der Studie zum Thema "Sanktionsformen im Rahmen der Kindererziehung im Burgenland" wurden an 13 burgenländischen Volksschulen 574 Fragebögen an die Eltern der Viertklässler verteilt. Mehr als 75 Prozent (435 Stück) wurden ausgefüllt wieder abgegeben. Die Fragen wurden mehrheitlich von den Müttern beantwortet, nur 12,9 Prozent der Väter beschäftigten sich aktiv mit dem Fragebogen.
Symbolbild
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