Online-Banking

84 Prozent der Angriffe auf Kunden erfolgreich

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29.11.2010 10:16
Online-Banking-Kunden sind immer gefährdeter. Der Sicherheitsspezialist Trend Micro hat nun einen Fall untersucht, bei dem 84 Prozent der Angriffe erfolgreich waren. Das Erschreckende daran: Die Nutzer selbst spielen den Kriminellen in die Hände. Leicht zu erratende Passwörter oder solche, die persönliche Informationen enthalten, wie zum Beispiel die eigene Telefonnummer, lassen die Gangster in der Online-Kommunikation mit der Bank wie in einem offenen Buch lesen.

"Kriminelle Software, mit der sich persönliche Informationen ausspionieren und die Rechner der Anwender fernsteuern lassen, ist wahrlich nichts Neues mehr. Aber unsere jüngsten Analysen haben auch die hartgesottensten Forscher in unserem Haus sprachlos gemacht – eine Erfolgsquote von 84 Prozent ist einfach erschreckend. Völlig zu Recht bezeichnet das Bundeskriminalamt diese Art von Kriminalität als den Bankraub des 21. Jahrhunderts", so Martin Rösler, Director Threat Research bei Trend Micro.

Immer noch scheine das Wissen darüber nicht genug verbreitet zu sein, dass diese bösartige Software heutzutage nicht mehr nur Zugangsdaten stehle. Vielmehr sei sie in der Lage, laufende, verschlüsselte Online-Sitzungen der Bankkunden zu kapern und zu kontrollieren. Kunden, die glauben, sie hätten gerade eine Überweisung auf ihr Zweitkonto getätigt – was ihnen auf dem Bildschirm auch scheinbar bestätigt wird – würden erst Tage später feststellen, dass das Geld auf ein Konto der Cyber-Ganoven umgelenkt wurde – von wo natürlich auch die Bank es nicht mehr zurückholen könne.

Infektionsgefahr in sozialen Netzwerken besonders hoch
Im Beobachtungszeitraum von ungefähr drei Wochen wurden von insgesamt 10.487 Domänen Zugangsdaten gestohlen. Wer glaube, von diesem Risiko nicht betroffen zu sein, weil er sich nur auf sehr vertrauenswürdigen Websites aufhält, irre gewaltig, sö Rösler. Die Gefahr sei buchstäblich überall. Auch auf den Seiten allgemein bekannter, gut abgesicherter und ehrbarer Unternehmen könne man sich bösartige Software einfangen. 

Freilich bildeten diejenigen Adressen die größte Gefahrenquelle, auf denen die Menschen sich mit anderen Internetsurfern austauschen könnten. So habe sich über ein Viertel der betroffenen Anwender auf nur fünf Internetadressen infiziert, darunter bekannte Adressen wie Microsoft.com, Google.com oder Facebook.com.

"Gesunder Menschenverstand eines der wirksamsten Mittel"
Der Grund sei einfach: Die Cyberkriminellen missbrauchen das natürliche Vertrauen, das die Menschen ihren Kommunikationspartnern entgegenbringen. Meistens sei ihnen gar nicht bewusst, dass der Link, auf den sie geklickt haben und der die Infektion ausgelöst hat, gar nicht von einem Bekannten oder Freund stamme.

"Der Nachteil an sozialen Medien ist, dass sie mit dem Trugschluss eines kostenlosen Angebots arbeiten. Doch nichts ist im Internet kostenlos, nur die Währung lautet anders: Statt mit Euros bezahlen wir mit unseren Daten", betont Rösler. Die einfache Regel laute daher: "Niemals auf eine Internetadresse klicken, von der man nicht absolut überzeugt ist, dass sie ungefährlich ist. Mal ehrlich: Würden Sie jemandem glauben, der an Ihrer Haustür klingelt und Ihnen mehrere Millionen Euro anbietet? Kann es wirklich sein, dass ein solches verdächtiges Angebot von Bekannten oder Freunden kommt? Natürlich nicht. Für die digitale Welt gilt wie für die reale: Der gesunde Menschenverstand ist eines der wirksamsten Mittel im Kampf gegen die Kriminellen."

Das A und O: Passwörter, Passwörter, Passwörter
Darüber hinaus müssten Anwender so weit wie möglich selbst für ihren Schutz sorgen. Wesentlich sei dabei die Verwendung starker Passwörter. Doch genau in diesem Punkt sei es nicht zum Besten bestellt, wie die Untersuchung der Experten zeigt: Zeichenfolgen wie vier oder fünf Nullen, die eigene Telefonnummer, das Geburtsdatum, eine aufsteigende Zahlenfolge angefangen mit Eins oder Kombinationen daraus sind einfach nicht sicher, machen aber den absoluten Großteil der verwendeten Passwörter aus. Die Anwender müssten sich dessen bewusst werden, dass die Cyberkriminellen absolute IT-Profis seien, die solche unsicheren Zeichenfolgen mühelos knacken.

Grundsätzlich gilt: Die sichersten Passwörter sind keine Wörter. Die Anwender sollten stattdessen zufällige Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen nutzen, zwischen Groß- und Kleinschreibung abwechseln und die Passwörter in regelmäßigen Abständen ändern. Es ist ohne Wenn und Aber notwendig, nur solche Passwörter zu verwenden, die mindestens acht Zeichen lang sind, und zwar für jeden Zweck ein anderes.

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