Kofler, der stets etwas im Schatten von Gregor Schlierenzauer und Morgenstern stand, bestätigte in der ersten Einzelkonkurrenz seine starken Leistungen in der Vorbereitung und im Teambewerb. Mit 145,5 und 143,5 Metern war der 26-jährige Tourneesieger diesmal die Nummer eins. Der vierfache Olympiasieger und Pokalverteidiger Simon Ammann (SUI) wurde seinem Ruf als Wettkampftyp gerecht und klassierte sich mit zuvor nur vier Schneesprüngen in den Beinen an der dritten Stelle, aber schon 21,1 Punkte hinter Kofler.
"Habe jetzt viel Druck weggenommen"
Kofler strahlte nach dem Sieg, der ihm erstmals das Gelbe Trikot einbrachte. "Ich habe schon beim Aufwärmen eine Vorfreude gespürt. Den Auftakt kann man sich nicht besser wünschen, das ist vielversprechend", meinte der Tiroler. "Ich habe jetzt viel Druck weggenommen, kann entspannter in die nächsten Springen gehen."
Der zweifache Team-Olympiasieger saß als Letzter oben auf dem Balken, Morgenstern führte nach einem 145,5-Meter-Flug. "Da habe ich gewusst, dass die Bedingungen gut sind und mich gefreut, das es weit gehen wird", erklärte Kofler, der keinen Gedanken an einen möglichen Sieg verschwendet hatte. Nachher freute er sich umso mehr: "Diese Position taugt mir."
Platz zwei für Morgenstern "wie ein Sieg"
Morgenstern freute sich auch über Platz zwei. "Das ist wie ein Sieg. Wenn man sich nach der Landung über einen tollen Sprung freuen kann, ist das ein super Gefühl", betonte der 24-jährige Kärntner. "Es taugt mir, dass ich im Wettkampf alles so umsetzen konnte."
Gregor Schlierenzauer erlebte an diesem Nachmittag ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem 141,5-Meter-Sprung und Rang vier im ersten Durchgang lächelte der Ex-Weltcupsieger, nach dem Finale verließ er wortlos den Auslauf. Die Enden der Ski des 20-Jährigen hatten sich in der Luft berührt, er landete schon bei 121,5 Metern und fiel auf den 14. Rang zurück.
Drittbester ÖSV-Springer war Manuel Fettner als Zehnter, Wolfgang Loitzl verbesserte sich nach verpatztem ersten Sprung (21.) an die 16. Stelle.
Das Endergebnis
1. | Andreas Kofler (AUT) | 331,2 Punkte | (145,5 /143,5) |
2. | Thomas Morgenstern (AUT) | 328,3 | (142,0/145,5) |
3. | Simon Ammann (SUI) | 310,1 | (142,5/138,0) |
4. | Johan Remen Evensen (NOR) | 301,4 | (136,0/140,0) |
5. | Matti Hautamäki (FIN) | 300,0 | (138,5/133,5) |
6. | Ville Larinto (FIN) | 296,2 | (142,0/137,0) |
7. | Tom Hilde (NOR) | 286,6 | (135,0/132,5) |
8. | Daiki Ito (JPN) | 285,4 | (133,0/135,0) |
9. | Adam Malysz (POL) | 282,1 | (133,5/130,0) |
10. | Manuel Fettner (AUT) | 281,3 | (130,5/138,0) |
Anders Jacobsen (NOR) | 281,3 | (136,5/131,5) | |
12. | Peter Prevc (SLO) | 279,4 | (140,5/130,0) |
13. | Anders Bardal (NOR) | 279,3 | (139,5/129,5) |
14. | Gregor Schlierenzauer (AUT) | 277,7 | (141,5/121,5) |
15. | Björn Einar Romören (NOR) | 276,1 | (130,5/131,5) |
16. | Wolfgang Loitzl (AUT) | 273,7 | (125,5/136,5) |
17. | Jakub Janda (CZE) | 269,6 | (137,0/124,0) |
18. | Roman Koudelka (CZE) | 269,1 | (136,5/128,0) |
19. | Shohei Tochimoto (JPN) | 268,5 | (129,5/131,5) |
20. | Emmanuel Chedal (FRA) | 268,4 | (128,5/132,5) |
21. | Michael Neumayer (GER) | 265,7 | (130,5/130,5) |
22. | Jan Matura (CZE) | 264,7 | (131,5/130,5) |
23. | Denis Kornilow (RUS) | 262,5 | (134,5/128,5) |
24. | Noriaki Kasai (JPN) | 256,5 | (125,5/128,0) |
25. | Martin Koch (AUT) | 254,6 | (130,5/122,5) |
26. | Fumihisa Yumoto (JPN) | 253,6 | (128,5/127,5) |
27. | Taku Takeuchi (JPN) | 242,4 | (129,5/118,0) |
28. | Juha-Matti Ruuskanen (FIN) | 241,4 | (134,0/120,5) |
29. | Primoz Pikl (SLO) | 240,4 | (129,5/122,5) |
30. | Severin Freund (GER) | 232,8 | (126,5/118,5) |
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