22.01.2021 09:55 |

Hohe Verluste:

Nach dem Finanzdesaster fehlt Gemeinden viel Geld

Tiefe Gräben hinterließ der Bankskandal in Hirm, Heimatort des Ex-Chefs Martin Pucher. „Die Gemeinde steht vor einem Trümmerhaufen“, sagt Alfred Wiesinger, Amtsleiter seit 1994. Es sei schon ein Kampf, die Gehälter zu bezahlen. Gar nichts übrig sei von der Bauland-Erschließungs-GmbH.

Gegründet wurde die GmbH vor 20 Jahren. 51% hielt die Gemeinde, 49% die Bank. „Die GmbH war nie gewinnorientiert. Leistbare Bauplätze für Junge war das Ziel“, erklärt der Amtsleiter, später auch Geschäftsführer. Die Nachfrage war groß. „Bisher wurden 90 Grundstücke erschlossen. Aufgebaut war das Projekt für weitere zehn Jahre“, sagt Wiesinger. 620.000 € waren auf dem Konto, bis der Bank-Crash alles ruinierte. „Die Gemeinde bleibt übrig. Leistungen wurden zugesichert.“

Weg sind auch fast 18.000 Quadratmeter der GmbH, auf die Pucher die Hand drauf hatte. An eine mündliche Vereinbarung zum Vorteil der Gemeinde erinnere sich der Ex-Bankchef laut seinem Anwalt nicht mehr. Jetzt wurde das Areal über den Masseverwalter versteigert. Die Gemeinde zog als Mitbewerber den Kürzeren. Eine private Firma hatte das beste Angebot. Das Fazit des Bankdesasters: Der Verlust für die Gemeinde wird auf 350.000 Euro beziffert.

Die Erschließungs-GmbH in Hirm als Vorbild hatte Draßburg. 1,8 Millionen Euro waren auf dem Konto, als der Bankskandal im vergangenen Sommer aufgeflogen war. Wie es weitergeht, ist noch unklar. „Nach einer Vorbesprechung hat der Masseverwalter ein Angebot erstellt, das nun beim Bürgermeister auf dem Tisch liegt. Der Gemeinderat muss erst darüber entscheiden“, betont Oberamtsrat Ernst Wild.

Karl Grammer, Kronen Zeitung

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