Schiff geentert
D: Erster Piraten-Prozess seit rund 400 Jahren
Mit Sturmgewehren sollen sie am Ostermontag die Brücke der "Taipan" beschossen haben. Mehrere Projektile schlugen in die Wände des Kommandostandes ein. Auch eine Panzerabwehrrakete soll auf die Brücke abgeschossen worden sein, ohne jedoch ihr Ziel zu treffen.
Unklarheit über Alter der Angeklagten
Bereits vor Prozessbeginn hatte es Unklarheit über Namen und Alter der Angeklagten gegeben. Beim Feststellen der Personalien vor Gericht konnte kaum einer der mutmaßlichen Piraten seinen Geburtstag nennen. Einer sagte, er sei etwa 24 Jahre alt und in der Regenzeit geboren, ein anderer gab als Geburtsort "unter einem Baum" an.
Als die Staatsanwältin den Angeklagten vorwarf, sie hätten Menschenleben gefährdet, begann einer der Angeklagten unter seinem Kopfhörer - mit dem er die Übersetzung verfolgte - zu weinen. Als Geburtsdatum hatte er zuvor den 10. März 1997 angegeben. Sollte die Angabe stimmen, wäre er erst 13 Jahre. Mit diesem Alter ist man noch nicht strafmündig. Der Rechtsbeistand des Angeklagten beantragte deshalb vor Gericht, das Verfahren gegen seinen Mandanten einzustellen.
Ein holländisches Gutachten hatte das Alter des Angeklagten zuvor auf "15 Jahre oder älter" datiert. In einem am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf angefertigten Gutachten wurde das Alter mit "18 Jahre oder älter" angegeben. Die Verteidigung zweifelte die wissenschaftliche Validität beider Gutachten jedoch an und beantragte, die Öffentlichkeit von dem Verfahren auszuschließen.
Der Prozess wird am 1. Dezember fortgesetzt.
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