Drama bei Wasserfest
Hunderte Tote bei Massenpanik in Kambodscha
Das Unglück ereignete sich gegen 21.30 Uhr Ortszeit (15.30 Uhr MEZ), als die Menschenmassen versucht hatten, über die Brücke auf die Diamant-Insel zu gelangen. Regierungssprecher Khieu Kanharith sagte, dass offenbar ein Gerücht die Runde gemacht habe, wonach die Brücke instabil sei. "So startete die Panik", sagte er.
Mehrere Menschen dürften auf der Brücke auch einen Stromschlag abbekommen haben. Viele sind daraufhin im Gedränge verzweifelt von der Brücke ins Wasser gesprungen und ertrunken, andere wurden von den Massen erdrückt.
Verzweifelte Suche nach Angehörigen
Vor dem Calmette-Krankenhaus, in das zahlreiche Leichen gebracht wurden, versammelten sich Dutzende Menschen auf der Suche nach Angehörigen. Der Gouverneur des Bezirks Daun Penh, Sok Sembath, sprach von einer Tragödie nie dagewesenen Ausmaßes während eines Wasserfestes.
Premier bittet um Entschuldigung
Kambodschas Ministerpräsident Hun Sen entschuldigte sich im Fernsehen für "die größte Tragödie seit 31 Jahren nach dem Pol-Pot-Regime". Die Roten Khmer hatten in den 1970er-Jahren in einer blutigen Bauernrevolution schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen unter Diktator Pol Pot getötet.
Hun Sen hat zudem einen nationalen Trauertag angeordnet. Am Donnerstag soll der Opfer der Katastrophe gedacht werden. "Ich möchte meinen Landsleuten und den Familien der Opfer mein Beileid ausdrücken", so der Premier. Er kündigte an, die Regierung werde einen Untersuchungsausschuss einsetzen, um die Ursachen der Katastrophe zu klären.
Eines der größten Festivals des Landes
Auf der Diamant-Insel sollte das bevorstehende Ende des dreitägigen Wasserfestes gefeiert werden. Das Wasserfest ist eines der größten Festivals des Landes. Dabei wird dem Fluss Mekong gedankt, der Kambodscha mit fruchtbaren Böden und Fisch versorgt. Wegen der Feierlichkeiten waren in den vergangenen Tagen Millionen Kambodschaner zu Konzerten, Feuerwerken und Bootsrennen in die Hauptstadt geströmt.
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