"Krone": Sie und Ihr Team haben derzeit viel zu tun.
Manfred Dörfler: Leider. Hinter all den furchtbaren Fällen stecken ja menschliche Dramen, die es zu erforschen gilt.
"Krone": Auffallend ist, dass es in Kärnten ganz ruhige Jahre gibt, heuer aber eine extreme Häufung an Morden.
Dörfler: So ungewöhnlich ist das nun auch wieder nicht. Denn solche Serien kommen immer wieder vor, reißen dann aber zum Glück auch wieder ab.
"Krone": Was könnten die Ursachen dafür sein?
Dörfler: Die sind vielfältig. Meist sind es grundlegende Probleme – Verzweiflung, Eifersucht, finanzieller Druck, aber auch Krankheitsbilder. Das vermuten wir ja auch im aktuellen tragischen Fall.
"Krone": Der Täter hat sich selbst gerichtet. Wird trotzdem gleich ermittelt, wie wenn er noch am Leben wäre?
Dörfler: Unsere Aufgabe ist es ja, den Tatablauf lückenlos zu klären – daher gibt es eine akribische Spurensicherung, eine Schusshandbestimmung, eine Obduktion – alles, um den Mordfall technisch gesehen aufzuarbeiten.
"Krone": Und das Motiv?
Dörfler: Oft bleibt das unerschlossen; da kann nur gemutmaßt werden. Heute denken wir in die Richtung eines sogenannten erweiterten Suizids. Vielleicht wollte der Mann seine Frau nicht allein zurücklassen.
"Krone": Was nun genau so ist.
Dörfler: Opfer solcher Verbrechen bleiben oft schwer traumatisiert zurück. Das muss man erst verarbeiten.
Interview: Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
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