Interview zum Drama

Kriminalist: “Solche Serien kommen immer wieder vor”

Kärnten
22.11.2010 09:58
Eine Bluttat folgt in Kärnten der nächsten. Zwei Wochen nach dem schockierenden Schussattentat im Lavanttal kam es auch in Bad Eisenkappel zu einem Drama. Welche Ursachen so eine Serie hat, darüber rätselt auch Manfred Dörfler vom Landeskriminalamt.

"Krone": Sie und Ihr Team haben derzeit viel zu tun.
Manfred Dörfler: Leider. Hinter all den furchtbaren Fällen stecken ja menschliche Dramen, die es zu erforschen gilt.

"Krone": Auffallend ist, dass es in Kärnten ganz ruhige Jahre gibt, heuer aber eine extreme Häufung an Morden.
Dörfler: So ungewöhnlich ist das nun auch wieder nicht. Denn solche Serien kommen immer wieder vor, reißen dann aber zum Glück auch wieder ab.

"Krone": Was könnten die Ursachen dafür sein?
Dörfler: Die sind vielfältig. Meist sind es grundlegende Probleme – Verzweiflung, Eifersucht, finanzieller Druck, aber auch Krankheitsbilder. Das vermuten wir ja auch im aktuellen tragischen Fall.

"Krone": Der Täter hat sich selbst gerichtet. Wird trotzdem gleich ermittelt, wie wenn er noch am Leben wäre?
Dörfler: Unsere Aufgabe ist es ja, den Tatablauf lückenlos zu klären – daher gibt es eine akribische Spurensicherung, eine Schusshandbestimmung, eine Obduktion – alles, um den Mordfall technisch gesehen aufzuarbeiten.

"Krone": Und das Motiv?
Dörfler: Oft bleibt das unerschlossen; da kann nur gemutmaßt werden. Heute denken wir in die Richtung eines sogenannten erweiterten Suizids. Vielleicht wollte der Mann seine Frau nicht allein zurücklassen. 

"Krone": Was nun genau so ist.
Dörfler: Opfer solcher Verbrechen bleiben oft schwer traumatisiert zurück. Das muss man erst verarbeiten.

Interview: Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"

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