05.01.2021 10:07 |

Hohe Umsatzverluste

Drei Lockdowns kosten Einzelhandel 8,5 Mrd. Euro

Österreich befindet sich zum mittlerweile dritten Mal in einem harten Corona-Lockdown, bei dem bis auf wenige Ausnahmen alle Geschäfte zu sind. Laut Berechnungen der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) sorgen die drei Schließwellen zusammen für einen Umsatzentgang in den geschlossenen Non-Food-Branchen von rund 8,5 Milliarden Euro. Sollte der dritte Lockdown ein weiteres Mal bis Ende Jänner verlängert werden, würden sich die Umsatzverluste auf insgesamt 9,1 Milliarden Euro erhöhen.

Seit Montag ist klar, dass sich der dritte Lockdown um eine Woche bis inklusive 24. Jänner verlängert. Die Regierung hatte ursprünglich geplant, dass man mit einem negativen Corona-Test Gastronomie, Hotellerie und Geschäfte ab 18. Jänner wieder besuchen hätte dürfen, die Oppositionsparteien stimmten diesem Vorhaben nicht zu. Allein die Verlängerung des dritten Lockdowns um eine Woche verursacht laut JKU einen zusätzlichen Umsatzentgang in den geschlossenen Einzelhandelsbranchen von rund 600 Millionen Euro (brutto).

Sparquote erhöht sich, Onlinehandel gewinnt weiter
Aus Sicht der JKU-Forscher setzt die Verlängerung des derzeitigen Lockdowns bestehende Trends fort: Die Sparquote erhöhe sich, der Onlinehandel gewinne weiter Marktanteile dazu, was damit einhergehe, dass sich Konsumenten hinsichtlich des stationären Einkaufs entwöhnen.

„Langfristige Folgen bleiben vielen verdeckt“
„Tatsächlich zeigen unsere Zahlen nur den unmittelbaren Schaden für den Non-Food-Einzelhandel und die mittelfristigen sowie langfristigen Folgen bleiben vielen verdeckt. Für die nächsten Jahre ist zu befürchten, dass der Aderlass im stationären Einzelhandel durch den vermehrten Austritt von Unternehmen aus dem Markt die Einzelhandelsstruktur Österreichs nachhaltig verändern wird und Österreich insbesondere im ruralen Raum (nicht nur im Bereich der kleinen Lebensmittelgeschäfte) Nahversorgungslücken drohen“, werden die Studienautoren Christoph Teller und Ernst Gittenberger vom Institut für Handel, Absatz und Marketing in einer Mitteilung zitiert. Der Niedergang der Einkaufsstraßen, vor allem der weniger frequentierten B- und C-Lagen, werde sich beschleunigt fortsetzen.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 25. Jänner 2021
Wetter Symbol