Die Ärzteschaft stößt sich vor allem an dem Umstand, dass sich ein Mitarbeiter des Kabeg-Rechtsanwaltes Robert Kugler am 28. Oktober in eine Betriebsversammlung geschmuggelt und ein Protokoll angefertigt hatte. Damit habe eine "gezielte Verletzung des Arbeitsverfassungsgesetzes stattgefunden", heißt es in dem Boykottaufruf des Betriebsrates. Zudem sei das "illegal gewordene Material" als Vorwand für die Kündigung von Angrés verwendet worden.
"Moderate Reaktion" auf ein "böses Foul"
Der Boykott der Gesundheitsmesse sei eine "moderate Reaktion" auf ein "böses Foul" der Kabeg (Kärntner Krankenanstaltenbetriebsgesellschaft). Damit finde nämlich "keine Beeinträchtigung der Patientenversorgung" statt, meinen die Ärzte.
Wie schon in den vergangen Jahren war auch heuer auf der Messe ein großer Stand mit diversen Präsentationen der Leistungen der Kabeg-Krankenhäuser geplant gewesen. Zudem waren zahlreiche Fachvorträge vorgesehen, die nun vermutlich nicht - oder zumindest nur teilweise - stattfinden werden. "Ich befürchte, dass Frau Manegold alleine auf der Messe sein wird", sagte dazu Betriebsratschef Arnold Auer.
Boykottaufruf mit Bedauern zur Kenntnis genommen
Kabeg-Chefin Manegold nahm den Boykottaufruf der Ärzte indes "mit Bedauern" zur Kenntnis. Dieser sei jedoch "befremdlich", da die Kabeg die übermittelten Forderungen der Ärzte ernst nehme und bereits eine Arbeitsgruppe installiert habe. "Es gibt gute, konstruktive Gespräche", erklärte Manegold. Das Verhalten der Ärzte sei eine "völlig unverständliche, destruktive Antwort".
Die Mediziner würden ihre "nicht nachvollziehbaren Protestmaßnahmen" auf dem Rücken der Kärntner Bevölkerung austragen. Manegold forderte die Ärzte daher "dringend" auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.
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