20.12.2020 13:33 |

Kinder unter Opfern

Tote und Verletzte bei Bombenanschlag in Kabul

Bei einem Bombenschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Sonntag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 20 weitere seien verletzt worden, darunter auch ein Abgeordneter des afghanischen Parlaments, teilte Innenminister Masoud Andarabi mit. Laut Behördenangaben sind unter den Opfern auch Kinder. Offenbar zündete ein Attentäter im Westen der Stadt eine Autobombe. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Andarabi sagte, laut Geheimdiensterkenntnissen wollten die militant-islamistischen Taliban vermehrt Bombenanschläge in den Städten verüben. Das Innenministerium hatte erst am Samstag die Taliban für den Tod von fast 500 Zivilisten in den vergangenen drei Monaten verantwortlich gemacht. Insgesamt hätten die Milizen seit Mitte September 35 Selbstmordanschläge verübt und mehr als 500 Bomben gezündet. Die Taliban wiesen den Bericht als „Propaganda“ zurück.

Taliban lehnen eine Waffenruhe ab
Im Golfstaat Katar laufen seit dem 12. September sogenannte Friedensgespräche zwischen afghanischer Regierung und Taliban. Zuletzt hatten beide Seiten Fortschritte gemeldet. Trotzdem geht der Konflikt brutal weiter. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban ab. Nach dreiwöchiger Pause sollen die Gespräche am 5. Jänner wieder aufgenommen werden.

Ende Februar hatten die Taliban ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan vorsieht. Die Friedensverhandlungen sind das wichtigste Zugeständnis, das die USA den Taliban abringen konnten. Im Gegenzug verpflichteten sich die Islamisten, Verbindungen zu anderen Terroristen zu beenden.

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