16.12.2020 14:30 |

Trotz Besserungen

Noch immer Probleme bei Umsatzersatz & Co.

Zu langsam, zu kompliziert, zu praxisfern, zu ungerecht. Obwohl Geld an betroffene Unternehmer - manchmal auch sehr rasch - ausbezahlt wird, verstummt die Kritik an den Corona-Wirtschaftshilfen der Bundesregierung nicht. Bei laufend wechselnden Regeln blicken selbst Steuerberater nicht immer durch.

Im Oktober haben wir über den Fall einer Grazer Kaffeehaus-Pächterin berichtet. Ihr Antrag auf Fixkostenzuschuss ist ohne Begründung abgelehnt worden. Die für die Auszahlung zuständige Covid-19-Finanzierungsagentur des Bundes (COFAG) hat den Fall zum Anlass genommen, den Antragstellern nun zumindest mitzuteilen, warum eine Ablehnung erfolgt. Frau G. hat neu beantragt und den dringend benötigten Fixkostenzuschuss erhalten. Viele andere quälen sich noch durch die Mühlen der Bürokratie. Zum Beispiel mit den sogenannten ÖNACE-Nummern. Die wenigsten werden schon einmal davon gehört haben.

Selbst Unternehmer kennen diesen Branchencode für ihre eigene Firma oft nicht. Genau diese Nummer ist jetzt das wichtigste Kriterium, um Anspruch auf Umsatzersatz zu haben, der bis gestern beantragt werden konnte. Experten kritisieren auch, dass an viele „Nummern“ nicht gedacht worden sei. So sind Bühnen- und Messebauer nicht erfasst und schauen durch die Finger. Auch manch Steuerberater blickt nicht mehr durch, wie der Fall einer Kleinunternehmerin im körpernahen Dienstleistungsbereich zeigt. Sie habe keinen Anspruch auf Umsatzersatz, wurde ihr mitgeteilt. Was gar nicht stimmt. Ihr ÖNACE-Code steht sehr wohl auf der „Liste“.

Innerhalb mancher Branchen oft ungleicher Ersatz
Kritisiert wird auch, dass die Hilfen nur sieben von zehn Monaten betreffen, in denen Firmen in der Pandemie bisher wirtschaftlicher Schaden entstanden ist. Sonja M. Lauterbach, Unternehmensberaterin, bemängelt auch, dass innerhalb einiger Branchen ungleich hoher Anspruch auf Umsatzersatz gelte. Auch mit der Dauer der Bearbeitung haben manche ein Problem. Bei vielen geht es rasch, andere warten eine gefühlte Ewigkeit auf Umsatzersatz oder Fixkostenzuschuss. Bei zwölf Mitarbeitern, die die COFAG hat, ist das alles kein (oder ein?) Wunder.

 Ombudsfrau
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