George W.s Memoiren

Ex-Präsident Bush zu Waterboarding: “Verdammt, ja!”

Ausland
04.11.2010 10:54
Ex-Präsident George W. Bush veröffentlicht demnächst seine Memoiren mit dem Titel "Decisions Points" (auf Deutsch: Entscheidungspunkte). Wie mehrere Zeitungen schon vorab berichten, enthüllt Bush in dem Buch unter anderem seine Rolle in der Frage "harscher" Methoden bei Verhören von Terrorverdächtigen. Er habe "Verdammt, ja!" geantwortet, als der Geheimdienst CIA ihn um seine Genehmigung ersucht habe, den mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher Khalid Scheich Mohammed dem Waterboarding zu unterziehen, so Bush.

Der Vorgänger von Barack Obama verteidigt neben dem Ja zum Waterboarding (simuliertes Ertränken) auch seine Entscheidung zur Irak-Invasion. Die Beseitigung von Diktator Saddam Hussein habe die Welt sicherer gemacht. Der Ex-Präsident äußert aber nachträglich Bedauern darüber, dass er die Zahl der US-Truppen nach dem Sturz des Saddam-Regimes verringert habe. Bush gibt zu, dass die Tatsache, dass keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden wurden, bei ihm ein Gefühl der Übelkeit erzeugt habe und ihn weiter belaste.

Bush erwog Trennung von Cheney
In "Decisions Points" schreibt Bush weiter, dass er während seiner Zeit im Weißen Haus erwogen habe, auf die Dienste von Vizepräsident Richard Cheney zu verzichten. Er dachte darüber vor dem Wahlkampf 2004 nach. Die Überlegung dahinter: Schluss zu machen mit dem Mythos, dass Cheney der eigentliche Chef im Weißen Haus sei und zu zeigen, "dass ich das Ruder in der Hand habe". 

"Darth Vader der Regierung"
Cheney selbst habe 2003 während eines privaten Mittagessens angeboten, nicht mehr als Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten anzutreten. "Ich habe das in Betracht gezogen", schreibt Bush. Cheney sei ihm eine wichtige Hilfe gewesen, aber er sei auch zu einem Mittelpunkt der Kritik der Medien und Linken geworden. "Er wurde als finster und herzlos empfunden - der Darth Vader der Regierung", so Bush in Anspielung auf den Bösewicht aus "Star Wars".

Er habe diesen Eindruck von Cheney nicht geteilt, "und je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto stärker wurde meine Überzeugung, dass Dick bleiben sollte", schreibt der Ex-Präsident weiter. "Ich hatte Cheney nicht als politisches Kapital ausgesucht, ich hatte ihn ausgesucht, um mir bei meiner Arbeit zu helfen. Das war genau das, was er getan hatte."

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