22.11.2020 17:02 |

Passwort auf Twitter

Reporter crasht Meeting der Verteidigungsminister

Wenn sich die Verteidigungsminister der EU-Staaten zu einer Videokonferenz treffen, werden Belange der nationalen Sicherheit debattiert und mitunter als geheim eingestufte Informationen besprochen. So eine Konferenz sollte also gut vor ungebetenen Zuhörern geschützt werden. Das beste Passwort hilft aber nichts, wenn es ein unbedachter Politiker fast zur Gänze auf Twitter postet …

Genau das hat die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld getan: Sie postete ein Foto von sich bei der Videokonferenz - und bemerkte nicht, dass auf dem Foto fünf von sechs Zeichen des für die Teilnahme notwendigen Zugangs-Codes zu sehen waren.

Journalist erriet komplettes Kennwort
Es kam, wie es kommen musste: Ein Twitter-Nutzer - der ebenfalls in den Niederlanden beheimatete Journalist Daniel Verlaan - schaffte es, die sechste Stelle des Kennwortes zu erraten und crashte prompt die eigentlich streng geheime Videokonferenz der EU-Verteidigungsminister.

Ein Video zeigt die Überraschung der Konferenzteilnehmer:

Nach allgemeiner Verwunderung stellte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell die Frage, die wohl allen Ministern unter den Nägeln brannte: Wer er denn sei? Verlaan ließ sich nicht lange in Verlegenheit bringen und erklärte, er sei Journalist aus den Niederlanden und entschuldige sich für die Störung. Dann verließ er das Geheim-Meeting der Verteidigungsminister wieder.

Rutte warnt: Auch Geheimdienste sind auf Twitter
Auch wenn der Vorfall manchen Teilnehmern ein Schmunzeln entlockte, zeigt man sich in den Niederlanden peinlich berührt. Ministerpräsident Mark Rutte rief den Parlamentariern im Nachgang in Erinnerung, dass man als Politiker verantwortungsvoll mit sozialen Medien umgehen müsse: Solche Fehler könnten nämlich nicht nur Journalisten, sondern ebenso ausländischen Geheimdiensten in die Hände spielen.

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