Brutal vorgegangen
Falsche Polizisten überfallen Roma-Lager bei Paris
Eine Frau sagte aus, man habe sie gezwungen, sich zu entkleiden. Die Männer schossen mehrmals in die Luft und ergriffen nach etwa einer halben Stunde die Flucht. Laut "Le Monde" sagten mehrere der Opfer aus, die Männer seien "wie Polizisten gekleidet" gewesen. "Diese Familien werden nie vergessen, was ihnen zugestoßen ist", erklärte Annick Omond von einer Vereinigung zur Unterstützung der Roma und betonte weiter, dass die Unbekannten zahlreichen Bewohnern des Lagers ihre Dokumente entwendet hätten.
Lager inmitten eines noblen Vororts
Die Roma von Triel, rund 30 Familien, leben seit mehreren Jahren unter der ständigen Drohung einer Zwangsräumung unter prekären Umständen auf einem privaten Grundstück in der Ebene von Triel-Chanteloup, einer ansonsten eher schicken Vorortezone von Paris. Sie fordern von den Behörden seit langem eine andere Unterbringung und insbesondere den Zugang zu Leitungswasser.
Frankreich erregte in den vergangenen Monaten internationales Aufsehen, weil Präsident Nicolas Sarkozy beschlossen hat, alle Roma ausländischer Nationalität, die in illegal errichteten Lagern leben, gruppenweise abzuschieben. Die meisten von ihnen wurden mit Flugzeugen nach Rumänien geschickt, einige auch nach Bulgarien. Die EU-Kommission erwog zunächst ein Strafverfahren gegen Paris, ließ das Vorhaben aber dann wieder fallen. Seit Jahresbeginn hat Frankreich mehr als 8.000 Roma in ihre EU-Heimatländer abgeschoben und Hunderte illegale Lager räumen lassen.











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