Kriegsverbrecher
Mehrheit der Serben gegen Auslieferung von Mladic
Dies zeigt eine Erhebung des International Republican Institute (IRI), auf die sich am Mittwoch die Tageszeitung "Danas" berief. Demnach vertraten 51 Prozent der Serben die Meinung, dass die Festnahme Mladic' und seine Überstellung an das Haager Gericht nicht im besten Interesse des Staates wäre. Den Standpunkt, dass es im Interesse Serbiens wäre, vertraten lediglich 36 Prozent der Befragten, 14 Prozent waren unentschlossen.
Die Umfrageergebnisse zeugen nach Meinung der Belgrader Meinungsforscherin Svetlana Logar davon, dass sich die Bürger Serbiens "weiterhin nicht im Klaren darüber sind, wofür dieser Mann angeklagt wird". Gegenüber der Tageszeitung verwies Logar auch auf die große Verantwortung der Politiker für die Gestaltung der öffentlichen Meinung.
Hauptverantwortlich für Srebrenica-Genozid
Dies war ihrer Ansicht nach auch am Beispiel der im Frühjahr angenommenen parlamentarischen Erklärung, mit welcher das Srebrenica-Massaker verurteilt wurde, ersichtlich. Mladic ist der Hauptverantwortliche für den in der ostbosnischen Kleinstadt angerichteten Genozid. "Die Bürger haben die Wahrheit darüber akzeptiert. Ein einziges Ereignis reicht allerdings nicht, um das Wertesystem zu beeinflussen. Es geht um einen systematischen und langwierigen Prozess", sagte Logar.
Serben orten "Erpressung" durch den Westen
Laut jüngsten Umfragen wird die EU-Eingliederung Serbiens derzeit von etwa 60 Prozent seiner Bürger unterstützt. Der Standpunkt zu Mladic steht im klaren Widerspruch dazu. Nach Ansicht von Logar werde die Forderung nach der Festnahme des 68-Jährigen von den Bürgern Serbiens auch als "Erpressung" durch den Westen empfunden.











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