Regierung greift ein

Jacksons “Hobbit”-Film wird doch in Neuseeland gedreht

Ausland
27.10.2010 10:56
Nach langem Ringen wird der "Hobbit"-Film von Kult-Regisseur Peter Jackson nun doch wie geplant in seiner Heimat Neuseeland gedreht. Im Streit zwischen dem US-Filmstudio Warner Brothers und internationalen Gewerkschaften hat die neuseeländische Regierung Steuererleichterungen zugesagt, wie Premierminister John Key am Mittwoch erklärte. Zudem sollen Arbeitsgesetze geändert werden, um Probleme mit den Gewerkschaften zu verhindern.

"Der Hobbit", die Vorgeschichte der "Herr der Ringe"-Trilogie und ebenfalls aus der Feder von J.R.R. Tolkien, sollte wie das oscargekrönte Hauptwerk in der Heimat Sir Peter Jacksons gedreht werden. Dort drohten allerdings internationale Schauspielergewerkschaften mit einem Boykott, weil Jackson auch Leute beschäftigen wollte, die keine Gewerkschaftsmitglieder sind.

Schauspieler stets fair behandelt
Die Gewerkschaften wollten durchsetzen, dass die Schauspieler nach einem mit den Gewerkschaften ausgehandelten Rahmenvertrag eingestellt werden. Jackson hielt dagegen, er habe Schauspieler stets fair behandelt, ob sie Mitglied einer Gewerkschaft seien oder nicht.

Am Montag waren nach der Ankündigung Jacksons, sich auch eine Verlegung der Produktionsstandorte nach Osteuropa vorstellen zu können,Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um für einen Verbleib der Dreharbeiten in Neuseeland zu demonstrieren.

Regierung gewährt finanzielle Unterstützung
Premierminister Key kündigte daraufhin an, die Regierung werde die Rechtslage bei Schauspielerverträgen ändern, um die Probleme aus der Welt zu schaffen. Darüber hinaus greift die Regierung dem Projekt auch finanziell unter die Arme: Neben einem Steuernachlass von bis zu 7,5 Millionen US-Dollar steuert sie im Rahmen einer "strategischen Partnerschaft" zehn Millionen Dollar für Marketingaktivitäten bei. Dafür soll einer der beiden geplanten Teile des Films seine Weltpremiere in Neuseeland feiern.

"Ich freue mich, dass wir dieses Ergebnis erzielt haben", sagte der Premierminister. Damit würden nicht nur Tausende von Arbeitsplätzen gesichert. Der Filmdreh werde Neuseeland auch international ins Blickfeld rücken.

Holpriger Weg ins Auenland
Seit Jahren ist der Streifen des neuseeländischen Starregisseurs Peter Jackson bereits in der Planung. Erst diesen Oktober gab das kriselnde Filmstudio MGM nach monatelanger Unsicherheit grünes Licht für die Dreharbeiten, die nun im Februar starten sollen. MGM ächzt unter einer Milliarden-Schuldenlast, weshalb das Filmprojekt immer wieder aufgeschoben wurde. Zudem zerstörte ein Brand eine Halle, in der Teile des Films gedreht werden sollten.

Die Dauerverzögerungen nervten den eigentlich vorgesehenen Regisseur Guillermo del Toro - der schon mit "Pan's Labyrinth" ein Händchen für Fantasiestoffe bewies - so sehr, dass er im Mai das Handtuch schmiss. Darauf übernahm Produzent Jackson auch die Regie, wie schon bei "Herr der Ringe".

Rechtsstreit mit Tolkien-Erben
Vor diesem Hin und Her pflasterte ein Rechtsstreit mit den Tolkien-Erben den Weg zurück nach Mittelerde. Diese wollten Schadenersatz von den Filmstudios, weil sie ihrer Ansicht nach nicht genug Geld vom Erfolg der "Herr der Ringe"-Trilogie abbekamen. Dieser Rechtsstreit verhinderte auch die Arbeit am "Hobbit". Im Herbst 2009 einigten sich die Erben mit den Filmemachern auf einen Schadenersatz. Wie hoch? Unbekannt. Die Filmarbeiten sollen nach Medienangaben zumindest rund 430 Millionen Euro kosten.

Die Verfilmung soll nun im kommenden Februar beginnen. Geplant sind zwei Teile in 3D. Jackson hatte mit der aufwendigen Verfilmung des Romans "Herr der Ringe" um die Fantasiewelt Mittelerde mehrere Oscars gewonnen. Die drei Filme spielten in den Kinos weltweit knapp drei Milliarden Dollar ein.

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