08.11.2020 09:45 |

40.000 Neuinfektionen

Menschen in Italiens Städten stürmen die Parks

Am Freitagabend wurden in Italien eine nächtliche Ausgangssperre und in vier Regionen eine Rote Zone mit einem Teil-Lockdown eingeführt. Doch die Italiener zeigen wenig Bereitschaft, sich an die neuen Vorschriften zu halten. Wegen der sommerlichen Temperaturen am Wochenende stürmten Menschen in Rom, Neapel, Bari und Genua Parks und Grünflächen. In Neapel kam es entlang des Meeres zu Menschenansammlungen. Am Samstag wurde der bisher höchste Tageswert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

In der Lombardei erreichten viele Personen, die in der Alpenregion Valtellina Ferienwohnungen besitzen, die Ortschaften in den Bergen, um die Zeit des Teil-Lockdowns nicht in der Stadt verbringen zu müssen. Viele sonst geschlossene Ferienwohnungen in renommierten Urlaubsorten wie Bormio, Aprica, Valmalenco und Madesimo seien derzeit wie im Sommer oder in der Weihnachtszeit bewohnt, stellen die lokalen Behörden fest.

„Bilder sind eine Ohrfeige für Covid-Kranke“
Der Bürgermeister der süditalienischen Adria-Hafenstadt Bari, Antonio Decaro, postete auf Facebook Bilder von Mitbürgern, die am Samstagnachmittag in Massen auf den Straßen entlang der Küste spazieren gingen. „Diese Bilder sind eine Ohrfeige für die Covid-Kranken und die Unternehmer, die wegen der Epidemie ihre Betriebe schließen müssen“, protestierte der Bürgermeister. Sollte die Zahl der Infektionen in der Gegend steigen, müsste auch die Region Apulien, zu der Bari gehört, zur Roten Zone erklärt werden. Dies würde die Bürger zu einem Teil-Lockdown zwingen, warnte Decaro.

Knapp 40.000 Neuinfektionen am Samstag
Am Samstag ist der bisher höchste Tageswert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Laut dem Gesundheitsministerium in Rom gab es 39.811 neue Fälle binnen 24 Stunden, auf den Intensivstationen lagen 2634 Patienten. Die Zahl der bestätigten aktiven Fälle überschritt erstmals die 500.000-Schwelle, stieg auf exakt 532.536. Insgesamt gab es seit Ausbruch der Pandemie 41.063 Corona-Tote, teilte das Ministerium mit.

Für vier italienische Regionen - Lombardei, Piemont, Aostatal und Kalabrien - gilt seit Freitag ein Teil-Lockdown, der allerdings weniger streng ist als jener im Frühjahr. Landesweit wurden Beschränkungen eingeführt, darunter eine nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr. Für den Weg in die Arbeit oder zum Arzt sind Ausnahmen erlaubt. Im ganzen Land sind die Museen geschlossen, höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen.

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