Minen-Drama in Chile
Gerettete Bergleute fordern Geld für ihre Kollegen
"Ich rufe die Unternehmer auf, Entschädigungen zu zahlen", sagte Omar Reygadas am Sonntag (Ortszeit). Die meisten Arbeiter der Mine, die nicht eingeschlossen worden waren, sind noch immer arbeitslos und erhalten keinerlei finanzielle Unterstützung.
Nach Angaben des Gewerkschafters Javier Castillo haben 266 Arbeiter der Mine in der Atacama-Wüste bisher keine Arbeitspapiere erhalten. Das Bergbauunternehmen San Esteban, das die Mine betrieb, sei zahlungsunfähig und könne deshalb auch die mit der betriebsbedingten Kündigung verbundenen Entschädigungen nicht auszahlen.
Nur fünf Bergleute haben bislang eine neue Arbeit
Bisher hätten nur fünf frühere Arbeiter der Mine, die seit dem Unglück am 5. August geschlossen ist, eine neue, besser bezahlte Arbeit angenommen und damit auf die Entschädigung verzichtet, sagte Castillo. Alle anderen seien arbeitslos. Die Geretteten selbst bekommen einen Lohnersatz aus einem Notfallfonds für Arbeiter, die einen Arbeitsunfall erlitten haben. Ihre Familien hatten zudem Ende September eine Entschädigungsklage angekündigt.
Nach Angaben von Castillo brachte die Mine vor dem Unglück monatlich Gewinne von etwa 300 Millionen Pesos (447.000 Euro) ein. Castillo forderte den Staat auf, dafür zu sorgen, dass die Arbeiter ihre Entschädigung erhalten und neue Arbeit suchen könnten. Präsident Sebastian Pinera hatte auf die Frage nach staatlichen Hilfen geantwortet: "Wenn wir die Kumpel in der Tiefe nicht allein gelassen haben, dann werden wir sie auch an der Oberfläche nicht allein lassen." Konkrete Zusagen hatte der Staatschef aber nicht gemacht.
13 der 33 geretteten Kumpel besuchten am Sonntag die Mine
13 der geretteten Kumpel hatten die Mine San Jose am Sonntag besucht, um an einem Dankgottesdienst teilzunehmen. Sie wurden so sehr von der Presse bedrängt, dass die Polizei einschreiten musste. Dennoch äußerten sich einige der Kumpel zufrieden: "Einmal in der Tiefe dachten wir, die Rettungsbohrung sei fehl geschlagen. Deshalb sind wir jetzt noch glücklicher, am Leben zu sein", sagte Bergmann Claudio Yanez.
Kumpel Daniel Herrera fügte hinzu: "Es ist sehr schmerzhaft, an die Zeit in der Tiefe zu denken. Es ist aber auch sehr bewegend zu sehen, was unsere Angehörigen hier oben aushalten mussten."











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