Wien-Wahl 2010

Mandatsabsolute der SP fällt bei etwa 45 Prozent

Wien
09.10.2010 14:18
Kommt die SP bei der Gemeinderatswahl am Sonntag auf nur etwas über 45 Prozent, fällt so gut wie sicher ihre absolute Mehrheit an Mandaten. Theoretisch ist es zwar bis zu 44,5 Prozent möglich, 51 der 100 Wiener Mandate zu erobern. In der zu erwartenden Konstellation würden aber auch 45 Prozent nicht reichen, hat die ARGE Wahlen errechnet. Mit 46,3 Prozent sollte die SP diesen Mandatssimulationen nach in Wien aber auch weiterhin allein regieren können.

Nimmt man als Wahlergebnis (inkl. Briefwahl) 46,3 Prozent für die SPÖ, 16,3 für die ÖVP, 20,5 für die FPÖ, 12,6 für die Grünen und 4,3 für die "sonstigen" an, würde das eine Mandatsverteilung von 51 (SP), 21 (FP), 17 (VP) und 11 (Grüne) bedeuten. Wobei nicht das 51. SP-Mandat, sondern das 17. VP-Mandat am schwächsten abgesichert wäre.

Sollte die SP hingegen nur auf 45,0, die FP auf 21,5, die VP auf 16,1, die Grünen auf 12,1 und die sonstigen (ohne Mandat) auf 5,3 Prozent kommen, wäre die SP die Absolute los: Denn dann stünde es bei den Mandaten 50 (SP), 23 (FP), 16 (VP) und 11 (Grüne).

Mandatsmehrheit auch bei weniger als 50 Prozent möglich
Einen exakten Schwellenwert, ab dem die Absolute fällt, kann man nicht ausrechnen: Denn die Mandate werden auf zwei Ebenen vergeben - im Land und in 18 Wahlkreisen. Die hohe Zahl an Wahlkreisen ist auch der Hauptgrund dafür, dass - bei der gegebenen Konstellation einer sehr starken und mehrerer deutlich dahinter liegender Parteien - mit deutlich weniger als der Hälfte der Stimmen mehr als die Hälfte der Mandate erobert werden kann.

Denn die Grundmandate in den Wahlkreisen sind relativ billig, sie sind für rund 5.000 bis 6.600 Stimmen (je nach Wahlkreis) zu haben. Die Restmandate auf Landesebene kosten wesentlich mehr, nämlich zwischen 8.000 bis 8.500 Stimmen. Eine in den meisten Wahlkreisen starke Partei wie die SP kann sich relativ viele billige Grundmandate holen, Parteien mit Hochburgen und damit Grundmandaten nur in einzelnen Wahlkreisen bekommen für ihre Stimmen hingegen weniger Mandate - weil sie ja stärker auf die teuren Restmandate zugreifen müssen.

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