Bis zu 500 € Strafe

Mailand verbietet Piercings & Tattoos für alle unter 18

Ausland
09.10.2010 13:33
Die italienische Modehauptstadt Mailand startet einen Feldzug gegen Tattoos und Piercings. 500 Euro Strafe müssen Tattoo-Studios künftig zahlen, wenn sie die Haut von Minderjährigen dekorieren, beschloss der Mailänder Stadtrat. Die Gemeinde überlegt, die Strafe auch Jugendliche zahlen zu lassen, die sich trotz des Verbots tätowieren und piercen lassen. Nur die Ohrläppchen dürfen weiterhin durchstochen werden, hieß es.

Mangelnde Hygiene sei bei Piercings und Tätowierungen die Hauptursache für gefährliche Infektionen wie Hepatitis und HIV. "Familien und Jugendliche müssen über die Gefahren informiert sein, die mit Tätowierungen und Piercing verbunden sind", sagte das Mailänder Stadtratmitglied Giovanni Terzi nach Medienangaben vom Samstag.  Ein Piercing müsse als "chirurgischer Eingriff" bewertet werden.

Beim Piercing wird die Haut mit einer Hohlnadel oder einem Bolzenschussgerät durchstochen, so dass Schmuck in den Stichkanal eingesetzt werden kann. Medizinern zufolge reichen die möglichen Komplikationen von Narben bis zu Nervenschäden und Infektionen mit Funktionsstörungen. Auch schwere allergische Reaktionen auf das verwendete Material seien möglich.

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