23.09.2020 15:55 |

Telefonat mit Macron

Putin spekuliert über Selbstvergiftung Nawalnys

Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine mögliche Selbstvergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny ins Spiel gebracht. Wie die französische Tageszeitung „Le Monde“ am Mittwoch berichtete, habe Putin bei einem Telefonat mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Vermutung geäußert, Nawalny könnte sich das Nervengift Nowitschok selbst verabreicht haben. Der reagierte mit Sarkasmus auf den Bericht.

Bei dem Telefongespräch mit Macron am 14. September brachte Putin demnach mehrere Thesen vor, wie es ohne Einmischung russischer Stellen zu der Vergiftung Nawalnys gekommen sein könne. Er verwies neben der Selbstvergiftung auf eine mögliche Verbindung nach Lettland, wo der Hersteller des Nervengifts Nowitschok lebe. Laut „Le Monde“ wies Macron diese Vermutungen entschieden zurück.

„Habe Nowitschok in der Küche gekocht“
Nawalny selbst machte sich auf Instagram über die Mutmaßungen lustig: „Ich habe Nowitschok in der Küche gekocht“, schrieb er dort ironisch. „Davon habe ich etwas aus meinem Flachmann im Flugzeug geschluckt.“ Er fügte sarkastisch hinzu: „Putin hat mich durchschaut. Man kann ihn einfach nicht täuschen.“

Labors in Frankreich wie auch in Schweden hatten zuvor den Befund eines Speziallabors der deutschen Bundeswehr bestätigt, wonach Nawalny „zweifellos“ mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Russland weist den Verdacht vehement zurück und verweigerte bisher eine offizielle Untersuchung des Falls.

Aus stationärer Behandlung entlassen
Nawalny ist am Dienstag - einen Monat nach seiner Einlieferung (Bild oben) in die Berliner Charité-Klinik - aus der stationären Behandlung entlassen worden. Der Gesundheitszustand des 44-Jährigen habe sich „so weit gebessert, dass die akutmedizinische Behandlung beendet werden konnte“, teilte das Universitätskrankenhaus am Mittwoch mit.

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