13.09.2020 06:00 |

Bald vor der Kamera?

Die geheimen Klauseln des Meghan-Deals

Prinz Harry und seine angetraute Ex-Schauspielerin steigen ziemlich groß ins Film-Business ein. Was dem englischen Hof dabei sauer aufstößt, ist das Kleingedruckte: H & M sollen nämlich persönlich vor der Kamera stehen - bisher selbst für Ex-Royals undenkbar. Eine neue Seifenoper?

Rührende Herz-Schmerz-Geschichten rund um Prinzen und Prinzessinnen boten schon oft reichlich Stoff für bildschirmfüllende Tragödien. Doch einen leibhaftigen Königsspross auf der Leinwand konnte bisher nicht einmal Hollywood aufbieten. Dem Streaming-Dienst Netflix ist genau dieser Coup gelungen. Er verpflichtete den Herzog und die Herzogin von Sussex, Prinz Harry und seine Angetraute Meghan, gleich auf mehrere Jahre hinaus ein „inspirierendes Familienprogramm“ mit „informierenden und Hoffnung gebenden“ Inhalten, wie es das Paar selbst nennt, zu produzieren. Und zwar die ganze Palette an TV-Formaten: Dokumentationen, Spielfilme, Serien und Shows.

Dieser Deal bringt den beiden laut der Zeitung „BamS“ satte 135 Millionen ein. Geld, das sie dringend brauchen, nachdem die Finanzpipeline aus London schön langsam versiegt und sich H & M im noblen Santa Barbara nahe von Los Angeles eine ziemlich üppige Protz-Bleibe zugelegt haben. Schon die happige Hypothek auf das Eigenheim soll 40.000 Euro pro Monat ausmachen. Mit ihrem ersten Einkommen konnten die Ex-Royals immerhin einmal die Schulden zurückzahlen, die sie in England noch hatten - 2,7 Millionen Pfund für die Renovierung von Frogmore Cottage, ihrer einstigen Bleibe auf der Insel.

Meghan und Harry müssen vertraglich vor die Kamera
Wenn man bedenkt, dass sich die Kleinfamilie vor sechs Monaten vom Königshaus losgesagt hat und nach Übersee ausgewandert ist, um sich der permanenten medialen Beobachtung zu entziehen, gleicht die Eroberung der Streaming-Welt einer Art von Schizophrenie. Denn in dem geheimen Vertrag steht laut „BamS“, dass Harry und Meghan zu einem „gewissen Prozentsatz der von ihnen produzierten Sendezeit“ auch „selbst vor der Kamera stehen müssen“.

Eine durchaus übliche Verpflichtung für Menschen, deren Marktwert vor allem im Namen besteht. Selbst das Polit-Power-Couple Michelle und Barack Obama hat solch einer Klausel zugestimmt. Aber die Exilierten als Hauptdarsteller in einer Reality-Show auf der Suche nach dem Glück in ihrer neuen Heimat? Mit ganz persönlichen Einblicken, wie es die Kardashians so gerne tun?

Genau an diesen pikanten Details stößt man sich in Großbritannien, man prangert die Scheinheiligkeit von Harry und Meghan an, die sich doch so sehr mehr Privatheit gewünscht hatten. Aber die gibt es definitiv nicht in der Welt der Scheinwerfer und roten Teppiche. Spötter warten bereits gespannt, wie Meghan ihr Image als gesellschaftspolitisch engagierte Wohltäterin mit der Präsenz beim Internet-Riesen Netflix vereinbaren will, der mit seinen 193 Millionen Abonnenten und seinem rasanten Wachstum eher ein Symbol für lukrative Börsengewinne ist als für Charity.

Genug Reibungsfläche für das nächste „royal drama“.

Karin Schnegdar, Kronen Zeitung

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