06.09.2020 13:37 |

Zu wenige Dosen

Zeitung: EU bei Impfstoff-Versorgung abgeschlagen

Im Wettrennen um die Versorgung der Bevölkerung mit Corona-Impfstoffen liegt die EU im Vergleich zu den USA und Großbritannien offenbar deutlich zurück. Während sich die USA im Rahmen von Vorabverträgen bereits 800 Millionen Impfstoffdosen von sechs verschiedenen Herstellern gesichert haben sollen, hat die EU-Kommission für die 446 Millionen Einwohner in den 27 Mitgliedstaaten demnach bisher nur einen Rahmenvertrag mit dem britisch-schwedischen Konzern Astra Zeneca über 300 Millionen Impfstoffdosen getroffen, mit der Option auf weitere 100 Millionen.

Die USA dagegen hätten zusätzlich die Option auf weitere 1,4 Milliarden Impfdosen zu einem späteren Zeitpunkt, berichtete die deutsche „Welt am Sonntag“. Die meisten Impfdosen pro Kopf gerechnet konnte sich demnach allerdings Großbritannien sichern: Das Vereinigte Königreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern habe bereits Verträge mit sechs Herstellern über 340 Millionen Impfstoffdosen geschlossen. Das Land komme damit auf eine höhere Pro-Kopf-Quote als jede andere Industrienation, hieß es.

Die EU-Kommission teilte auf Anfrage mit, sie arbeite „an allen Fronten, um dasselbe mit anderen Unternehmen zu erreichen, mit denen wir bereits Sondierungsgespräche abgeschlossen haben“. Die Anzahl der Impfstoffdosen, die jedes EU-Land im Rahmen dieser Verträge erwerben kann, richtet sich dabei nach dem Bevölkerungsschlüssel. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte am Dienstag erläutert, dass Österreich bis zum Jahreswechsel 600.000 Impfdosen für 300.000 Personen erhalten könnte.

Harris: „Ich würde Donald Trump nicht trauen“
Die demokratische US-Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris warnte indes davor, dass US-Präsident Donald Trump mögliche Corona-Impfstoffe voreilig für sicher und wirksam erklären könnte. „Ich würde Donald Trump nicht trauen“, sagte Harris am Samstag dem Nachrichtensender CNN. Vielmehr müsse „eine glaubwürdige Quelle“ die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit eines Impfstoffes bestätigen.

Trump steht angesichts der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in den USA vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November enorm unter Druck. Vergangene Woche sagte er bei seiner offiziellen Kür zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, die USA würden noch „vor Jahresende oder sogar früher“ einen Corona-Impfstoff produzieren.

USA am schwersten von Pandemie getroffen
Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Mehr als 6,2 Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus wurden hier bislang nachgewiesen, mehr als 188.000 Infizierte starben. Trump wird vorgeworfen, die Gefahr durch das Virus lange unterschätzt zu haben und die Bürger immer wieder mit Äußerungen über angeblich vielversprechende Behandlungsmethoden in die Irre zu führen.

Knapp 27 Millionen Infektionen, fast 880.000 Tote weltweit
Weltweit wurden bereits rund 26,8 Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Mehr als 878.000 Infizierte starben. Daher wird fieberhaft an der Entwicklung eines Impfstoffs gearbeitet, mehrere Unternehmen haben bereits mit der finalen Testphase 3 begonnen. Die Weltgesundheitsorganisation mahnt, dass ein Corona-Impfstoff allen zugänglich gemacht werden müsse.

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