03.09.2020 08:19 |

Bürgermeister sauer

Lärmschutz bei Koralmbahn ist noch in weiter Ferne

Milliardenkosten, jahrzehntelange Bauarbeiten: Eine Studie zu möglichen Ausweichkorridoren des Güterverkehrs im Kärntner Zentralraum zeigt, dass Lärmschutz bei der Koralmbahn noch kilometerweit entfernt ist. Noch dazu katapultieren ein Politzwist und verärgerte Bürgermeister das Vorhaben Umfahrungstrasse zurück an den Start. Wieder heißt es: „Bitte warten!“

Bei aller Euphorie rund um die Koralmbahn und die wirtschaftlichen Chancen hat die Politik begleitende Lärmschutzmaßnahmen für 200.000 betroffene Bürger im Zentralraum verschlafen. Dazu kommt jetzt viel Lärm um eine weitere Variantenstudie, die Umfahrungskorridore für den Güterverkehr untersucht hat. Als beste Lösung wird dabei eine Trasse nördlich des Wörthersees angeführt, welche die Seegemeinden sowie Klagenfurt und Villach entlasten soll.

Stattdessen wären bei der neuen Umfahrungsvariante (Planfall 6) die Gemeinden Maria Saal, Moosburg und Wernberg betroffen. Mit den notwendigen 61 Kilometer Neubaustrecke, 25 Kilometer Tunnel, Milliardenkosten und einem Umsetzungszeitraum bis 2045 zeigt die Studie auch auf, dass Kärnten kilometerweit von einer Lösung entfernt ist.

Land überrumpelte Gemeinden
Dem nicht genug, manövriert sich das Land durch unkoordiniertes Vorgehen weiter in die Bredouille. Betroffene Bürgermeister sind nicht informiert worden und fühlen sich überrumpelt. Klagenfurts Stadtchefin Maria-Luise Mathiaschitz: „Es gab keine Information. Wir müssen doch gemeinsam auftreten und an einem Strang ziehen.“

Moosburgs Bürgermeister Herbert Gaggl kritisiert: „Jetzt wird wieder etwas Neues auf den Tisch gelegt! Man hat sich ja bereits auf eine Trasse geeinigt. Wir werden es nicht zulassen, dass die Bürger der Lärmbelästigung ausgesetzt sind!“ Verwunderung und Staunen auch in Wernberg. „Ich war total überrascht, dass bei der Präsentation Gemeinden genannt werden und der Eindruck erweckt wird, dass der Zug schon fix bei uns durchfährt“, ortet Gemeindechef Franz Zwölbar einen Fehlstart.

Zentralraum-Konferenz
Die Kärntner FP fordert, die Bevölkerung in den Mittelpunkt zu stellen, „ohne Gemeinden untereinander auszuspielen“. Auch Olga Voglauer von den Grünen kritisiert: „Weg von Studien, hin zur Umsetzung!“ Das Team Kärnten spricht beim Vorgehen des Verkehrslandesrates von Überrumpelungstaktik. Sebastian Schuschnig (VP) kündigt an, Gemeinden, Interessensvertreter, Bürgerinitiativen im Rahmen einer Zentralraum-Konferenz einzubinden. Wichtig sei es, mit einer Stimme zu sprechen.

Thomas Leitner
Thomas Leitner
Elisa Aschbacher
Elisa Aschbacher
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