02.09.2020 09:35 |

Replik aus Ankara

Spionage-Vorwürfe wegen „Anti-Türkei-Besessenheit“

In dem Fall um die mutmaßliche türkische Spionin in Österreich hat sich am Mittwoch das türkische Außenministerium zu Wort gemeldet. Ankara weise die „unbegründeten Behauptungen“ zurück, erklärte der Sprecher Hami Aksoy laut Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Wien sei laut Aksoy nicht dazu in der Lage, „der populistischen Rhetorik und seiner Anti-Türkei-Besessenheit zu entkommen“. Österreich hat in der Causa der Türkei gegenüber Unmut ausgedrückt.

Aksoy richtete auch einen scharfen Appell an Österreich: „Wir fordern die österreichische Regierung nachdrücklich auf, die Verfolgung der künstlichen Agenda mit flachen und innenpolitischen Berechnungen über die Türkei einzustellen und mit staatlichem Ernst, gesundem Menschenverstand und aufrichtiger Zusammenarbeit zu handeln.“

Regierung: „Türkische Spionage hat keinen Platz in Österreich“
Am Dienstag hatte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bekannt gegeben, dass eine Frau - laut „Krone“-Recherchen eine Austro-Türkin aus Oberösterreich - gestanden hatte, im Sinne des türkischen Geheimdienstes in Österreich gespitzelt zu haben. Er betonte dabei, dass türkische Spionage in Österreich „keinen Platz“ habe. Für Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) wolle die Türkei eine Spaltung der österreichischen Gesellschaft vorantreiben. „Das dulden wir nicht“, so Raab.

Video: Austro-Türkin flog als Spionin auf

Unmut in Österreich
In Österreich herrscht wegen der Aktivitäten des türkischen Geheimdienstes Unmut, der gegenüber der Türkei bereits am Dienstag ausgedrückt wurde. Ein Vertreter der Botschaft ist zu diesem Zweck am Nachmittag zu einem Gespräch ins Außenministerium gebeten worden, berichtete eine Ressortsprecherin. Ab jetzt sieht man im Außenministerium die Justiz am Zug.

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