Nordkorea-Umbruch
Machtwechsel hat wohl Annäherung an USA zum Ziel
Unter anderem übernimmt der bisherige Vize-Außenminister Kang Sok Ju das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten des Kabinetts. Der für die Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm zuständige Kim Kye Gwan wechselt demnach auf den frei gewordenen Posten im Außenministerium.
Kang, der als wichtigster außenpolitischer Stratege des scheidenden Staatschefs Kim Jong Il gilt, unterzeichnete als Vertreter Nordkoreas im Jahre 1994 das Genfer Rahmenabkommen mit den USA, in dem Nordkorea sich im Gegenzug für Wirtschaftshilfen verpflichtete, seine Arbeiten an Atomreaktoren einzustellen.
Parteitage in Nordkorea absolute Rarität
Die Wechsel in der Regierungsmannschaft kommen nur wenige Tage vor einem Treffen der Regierungspartei am kommenden Dienstag, auf dem Nordkorea eine neue politische Führung bestimmen will. Beobachter vermuten, Nordkoreas gesundheitlich angeschlagener Machthaber Kim Jong Il könnte dort seinen Sohn Kim Jong Un als Nachfolger in Stellung bringen. Parteitage in Nordkorea sind äußerst selten und haben daher einen hohen strategischen Stellenwert. Zuletzt hatten sich die Delegierten vor 30 Jahren getroffen und Kim Jong Il offiziell zum Nachfolger seines Vaters Kim Il Sung bestimmt.
Die nun bekannt gegebenen Wechsel in der Regierung deuten südkoreanischen Experten zufolge daraufhin, dass das abgeschottete Nordkorea bessere Beziehungen zum Ausland, besonders zu den USA, anstrebt. Zudem wird die Umbesetzung als Bereitschaft dafür gewertet, dass Nordkorea eine Wiederbelebung der seit 2009 auf Eis liegenden Verhandlungen über sein Atomprogramm anstrebt.
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