23.08.2020 09:39 |

Mit Stein vor Synagoge

Attacke auf Elie Rosen: Täter wurde gefilmt

Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach dem Mann, der am Samstag den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, attackiert hat. Am Sonntag wurden Bilder von der Videoüberwachung veröffentlicht. Der Mann soll auch für die Sachbeschädigungen an der Synagoge verantwortlich sein.

Wie berichtet, ist es in den vergangenen Tagen zweimal zu Sachbeschädigungen an der Grazer Synagoge durch einen derzeit unbekannten Täter gekommen. Am Samstagnachmittag tauchte der Mann dann wieder bei der Synagoge auf und ging mit einem Baseballschläger-artigen Holzknüppel auf Rosen los. Dieser konnte sich in sein Auto flüchten und blieb zum Glück unverletzt.

Mit Mountainbike unterwegs
Die Staatsanwaltschaft Graz hat am Sonntag die Veröffentlichung von Fahndungsfotos angeordnet. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen Mann, ca. 20 bis 35 Jahre alt, ca. 1,70 Meter groß, schlank, mit schwarzem Vollbart. Er trug eine auffällige weiße Kappe, Jeanshose, hatte einen dunklen Rucksack bei sich und war mit einem roten Mountainbike unterwegs.

Rosen wollte Mann vor Synagoge zur Rede stellen
Rosen wollte den Mann am Samstagabend zur Rede stellen, als er ihn vor der Synagoge mit einem Stein in der Hand gesehen habe. Daraufhin ging der Mann mit dem Knüppel auf Rosen los, der sich gemeinsam mit einem Bekannten in letzter Sekunde zurück ins Auto flüchten konnte. Der Angreifer schlug auf das Fahrzeug ein, bevor er mit seinem Fahrrad flüchtete.

Welle der Solidarität aus dem ganzen Land
Nach den schockierenden Angriffen erlebt die jüdische Gemeinde derzeit vom Bundespräsidenten abwärts eine Welle der Solidarität aus dem ganzen Land. In der Nacht von Samstag hielten besorgte Grazer Wache vor der Synagoge.

Jüdische Einrichtungen werden verstärkt überwacht
Innenminister Karl Nehammer kündigte an, aufgrund der aktuellen Vorfälle „die Überwachung aller jüdischen Einrichtungen in Österreich zu verstärken“. Zur Unterstützung werde auch das Einsatzkommando Cobra herangezogen. „Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Wer jüdische Mitbürger angreift, greift die Grundpfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens an“, so Nehammer, der am Montag ein persönliches Gespräch mit Rosen, dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Österreich, Oskar Deutsch, und weiteren Vertretern der Israelitischen Gemeinde führen will.

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