Heimische Unternehmer haben es nicht leicht: Ihre Mitarbeiter stehlen wie die Raben, es wird veruntreut, betrogen und alles was nicht niet- und nagelfest ist, in die eigene Tasche gesteckt. Fast jede zweite Firma war in den letzten fünf Jahren davon betroffen und im Handel z.B. geht ein Drittel aller Diebstähle auf das Konto der "kleinen" Mitarbeiter. Aber auch Angestellte des mittleren und oberen Managements langen kräftig zu...
Straftaten werden auf allen Ebenen begangen. Die Sekretärin lässt systematisch Bürobedarf verschwinden, Bauarbeiter zweigen sich Unmengen von Material ab, mit denen sie halbe Häuser errichten können und es ist auch keine Seltenheit, dass Steuerberater das Geld ihrer Kunden ein klein wenig zweckentfremden.
1/3 aller Diebstähle begehen Mitarbeiter Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich zufolge ist im vergangenen Jahr alleine im Handel ein Schaden 6,32 Millionen Euro verursacht worden - das sind nicht weniger als 1,5 Prozent des Warenhandelsumsatzes. Demnach wird ein Drittel aller Güter von den eigenen Mitarbeitern gestohlen, der Rest entfällt auf Lieferanten und Kunden. Betroffen seien vor allem die Branchen Elektroindustrie, Nahrungs- und Genussmittel und Telekommunikation.
Noch drastischer erscheinen aktuelle Vergleichsdaten aus Deutschland, wo jährlich eine Mindestschaden von 125 Milliarden Euro zu verzeichnen ist. Diese Zahl bezieht sich jedoch auf alle Sektoren und auf die gesamte Wirtschaftskriminalität inklusive Schwarzarbeit.
Auch das Management bedient sich Gemäß einer etwas älteren Studie (September 2004) der internationalen Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG sind seit dem Jahr 1999 46 Prozent aller österreichischen Unternehmen Diebstahls-, Betrugs-, oder Veruntreuungsopfer ihres eigenen Personals geworden. Noch drastischer sind die Zahlen für Betriebe mit über 1.000 Mitarbeitern: Satte 63 Prozent wurden von schwarzen Schafen aus den eigenen Reihen übers Ohr gehauen. Je höher die Position des Täters, desto ärger der Schaden, scheint dabei die Faustregel zu sein. Nicht einmal die Chefetage schreckt vor Straftaten zurück: Jede vierte geht auf das Konto des mittleren bzw. oberen Managements...
Mitarbeiter fühlen sich ausgenutzt Ein Hauptmotiv für das schamlose Verhalten der Beschäftigten ist übrigens der Umstand, dass viele das Gefühl haben von ihren Bossen ausgenutzt und unterbezahlt zu werden. Die Bereitschaft, diese Verluste auf illegale Weise auszugleichen, steigt dadurch. Unternehmen versuchen unter anderem mit stärkerer Überwachung, z.B. durch versteckte Kameras, ihrem Personal auf die Finger zu schauen.
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