Ein Sorgerechtsstreit und ein Konkursverfahren - das sind die Hintergründe, die den 54-jährigen Unterländer am 9. Dezember 2008 einen schwerwiegenden Entschluss fassen ließen. Er holte seine Tochter vom Kindergarten ab und ward seither nicht mehr gesehen.
Polizei eineinhalb Jahre genarrt
Die Mutter, eine gebürtige Russin, erstattete Anzeige, und so begannen die Fahnder, sich an die Fersen des Tirolers zu heften. Doch dieser sollte die Beamten eineinhalb Jahre narren. Bis einer Lehrerin in Belo Horizonte in Brasilien die Situation des Mädchens komisch vorkam. Sie alarmierte die Polizei, die rasch auf den internationalen Haftbefehl aufmerksam wurde. Dieser sei allerdings wegen Untreue und Betrugs erfolgt und nicht wegen des Kindesentzugs, betonte der Chef des Landeskriminalamtes in Innsbruck, Walter Pupp.
Zielfahnder verhafteten den Mann und übergaben die Tochter der Mutter, für die eine lange Zeit der Ungewissheit zu Ende ging. Ermittlungen ergaben, dass die Flucht von Tirol über Rumänien, Ukraine, Russland und Ägypten nach Brasilien ging. Die Auslieferung wurde bereits beantragt.
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