Eine Steigerung um 22 Prozent habe man mit insgesamt 116 Anfragen bezüglich des Obsorge- und Besuchsrecht bemerkt, sagte Soziallandesrat Peter Rezar (SP) am Mittwoch bei der Präsentation des KIJA-Tätigkeitsberichts in Eisenstadt. Die statistische Veränderung im Bereich des Obsorge- und Besuchsrechts sei laut Rezar "auffällig". "Das deutet schon darauf hin, dass sich unsere gesellschaftlichen Strukturen, unsere familiären Strukturen sehr nachhaltig verändern", meinte der Soziallandesrat.
Je früher, desto besser
Gewandelt hat sich laut Reumann auch das Verhalten der Menschen. "Sie sind nicht nur da, wenn es schon ein Megaproblem gibt", betonte der Kinder- und Jugendanwalt. Deshalb baue man auch weiterhin auf Präventionsarbeit. Denn je früher man darauf setze, "desto günstiger ist es - nicht nur finanziell sondern auch inhaltlich".
Die Früchte, die man aus dieser Arbeit bisher ernten konnte, hätten sich nun auch in den Zahlen widergespiegelt: "Die Leute sind sensibilisierter. Vieles fällt auf, das früher nicht aufgefallen wäre", erklärte Reumann. Die steigenden Fallzahlen würden aber nicht "unbedingt eine Zunahme von Fällen, sondern eine wahrscheinlich verstärkte Aufklärung und Prävention" bedeuten, sagte Rezar.
Insgesamt 703 Anfragen in zwei Jahren
Von den 703 Anfragen in den vergangenen beiden Jahren kamen etwa 26 Prozent von Jugendlichen und Kindern sowie zwölf Prozent von Ämtern und Institutionen. Neben dem Jugendschutzgesetz sowie dem Obsorge- und Bleiberecht sei Gewalt eines der häufigsten Themen. Rund 95 Fälle habe es 2008 und 2009 gegeben.
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