Nach Familiendrama

Knalleffekt: Sohn muss doch nicht in eine Anstalt

Kärnten
15.09.2010 01:57
Knalleffekt nach dem blutigen Familiendrama im Bezirk Völkermarkt: Der 34-jährige Beschuldigte, der seinen Vater niedergestochen und den Stall am elterlichen Hof in Brand gesetzt hatte, muss nun doch nicht in eine Anstalt. Das ergab eine Verhandlung am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt.

"Wie geht's Ihnen heut'?", fragt die Richterin. "Gut." Seit der 34-jährige Unterkärntner wieder die richtigen Medikamente gegen seine schizophrenen Schübe bekommt, passt alles. Auch der Psychiater attestiert dem Angeklagten, dass er auf dem Weg der Besserung sei.

Zuvor hatte alles nach einer klaren Sache ausgesehen. Michael F. ist geständig und sich bewusst, dass er psychisch krank ist. Schon mit 16 gab es in der Familie deswegen Schwierigkeiten, eine viel versprechende Karriere als Koch bei Nobelcaterer Do&Co scheiterte letztlich.

Wie berichtet, eskalierte im Frühjahr ein schwelender Streit mit dem Vater. Der 34-Jährige stach auf ihn ein, setzte dann einen Stall in Brand. "Wären Sie zurechnungsfähig, wären das Brandstiftung und versuchte absichtliche schwere Körperverletzung", so Staatsanwalt Franz Simmerstatter. Er fordert die Einweisung in eine Anstalt – doch der Psychiater macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

Strikte Auflagen, aber keine Einweisung
"Das Krankheitsbild hat sich gebessert. Unter strikten Auflagen ist die Einweisung nicht nötig", befindet Gutachter Walter Wagner. Das Schöffengericht gibt dem jungen Mann daher eine Chance: Die Einweisung wird auf fünf Jahre ausgesetzt. Der Ankläger meldet dagegen Berufung an.

von Kerstin Wassermann ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at

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