31.07.2020 12:00 |

Zuversicht wächst

Tirols Tourismus wirft den Jobmotor wieder an

Nach der extremen Corona-Flaute suchen Hotels und Restaurants jetzt wieder vermehrt Mitarbeiter. In der Wirtschaftskammer Tirol gibt man sich optimistisch, dass die Branche auch als Arbeitgeber bald wieder erstarkt. Bei Lehrlingen gab es zuletzt einen deutlichen Rückgang. Für die Wintersaison wünscht sich Hotellerie-Sprecher Mario Gerber wöchentliche Tests für Mitarbeiter. 

Der Tourismus lebt von schönen Bildern und positivem Image. Momentan klappt es damit jedoch nicht so recht. Die Tourismusvertreter der Wirtschaftskammer versprühen dennoch Optimismus – auch mit Blick auf den durch die Corona-Krise arg in Mitleidenschaft gezogenen Arbeitsmarkt. Keine einfache Übung, waren doch im Juni die Arbeitslosenzahlen in der Branche dreimal so hoch wie im Vorjahr.

Die Fachgruppenobmänner Mario Gerber (Hotellerie) und Alois Rainer (Gastronomie) sprechen von einer deutlichen Erholung im Juli. Zahlen fehlen noch, aber die Stimmung in der Branche sei wieder sehr zuversichtlich. „Wir brauchen Mitarbeiter. Die Betriebe stellen wieder Leute ein, weil auch die Nachfrage nach Urlaub in Tirol erfreulich steigt“, fasst Gerber zusammen. Allein zwischen 13. und 20. Juli seien 970 Tourismusjobs nachbesetzt worden, ergänzt Kollege Rainer.

Heikles Thema Lehre: „Jedem wird geholfen“
Der Tourismus leidet seit Jahren an einem Fachkräftemangel. Nicht zuletzt, weil zu wenig Junge eine Lehre als Koch oder Restaurantfachkraft machen wollen. Viel wurde in Kampagnen zur Bewerbung der Lehre investiert. Im Coronajahr bekommen diese Bemühungen einen kräftigen Dämpfer. Viele Betriebe zögern, mitten in der Krise einen Lehrling aufzunehmen. Wie berichtet, sind beim AMS so viele Lehrstellensuchende wie schon lange nicht gemeldet.

Gerber bestätigt, dass im Juni die Zahl der neuen Lehrlinge um 22 Prozent gesunken ist. Doch er geht davon aus, dass sich die Situation bis Herbst großteils normalisieren werde. „Jeder Jugendliche, der noch keine Lehrstelle hat, soll sich bei uns melden. Wir finden für jeden einen geeigneten Ausbildungsplatz“, garantiert Rainer. Man habe es schließlich auch geschafft, allen Tourismusschülern einen Platz für ihr Pflichtpraktikum zu verschaffen.

Mitarbeiter jede Woche freiwillig zum Test
55.000 Beschäftigte arbeiten normalerweise in der Tiroler Tourismusbranche. Nicht erst seit der Aufregung um den Corona-Cluster in St. Wolfgang geht die Angst um, dass auch in einer Tiroler Region wieder vermehrt Fälle auftreten und Betriebe im schlimmsten Fall dichtmachen müssen. Um das zu verhindern, spricht sich Gerber für flächendeckende Tests aus - und das wöchentlich. Man sei derzeit beim Aufbau der entsprechenden Infrastruktur, erklärt er. Die Quarantäne-Bestimmungen müssten aber so gestaltet sein, dass nicht gleich ein ganzer Betrieb lahmgelegt werde. Der Hotellerie-Obmann hofft, dass die Tests spätestens in der Wintersaison zur Routine gehören. Man will Gästen und Mitarbeitern Sicherheit vermitteln. Und damit wohl auch das Image aufpolieren.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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