28.07.2020 05:30 |

Tankstelle für Busse

Grüner Wasserstoff als Wundermittel gegen CO2

Mit Wasserstoff (H2) als grünem recycelbaren Kraftstoff für die Industrie und den Verkehr will das Land Kärnten zum Vorreiter bei der Nutzung der nicht unumstrittenen Zukunftstechnologie werden. Bei einem Montag präsentierten Projekt sind Produktions- und Aufbereitungsanlagen sowie eine Tankstelle geplant.

Zu kompliziert, zu teuer in der Produktion, zu schwach der Wirkungsgrad: Während Skeptiker Bedenken äußern, sehen manche Forscher und Politiker Wasserstoff als wirksames Rezept gegen ausufernde Verkehrs- und Industrieabgase. Nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigt hatte, Österreich zur Wasserstoffnation Nummer eins zu machen, ziehen jetzt die Bundesländer mit.

„Das Land Kärnten setzt einen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Projekten, um grünen Wasserstoff sowohl in der Mobilität als auch in der Industrie voranzutreiben“, so Kärntens Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig Montag bei der Präsentation eines „europaweit führenden Projektes“ zur H2-Nutzung.

Die Erzeugung mit grünem Überschussstrom und die doppelte Nutzung sollen entscheidende Vorteile bringen. Bei „H2 Carinthia“ soll in Partnerschaft mit Verbund, Infineon, OMV, Postbus und der Wasserstoff-Forschungsgesellschaft HYCenta H2 mit Grünstrom produziert werden. Wasserstoff, der in der Industrie verwendet wird, soll in einer neuen Anlage für die Wiederverwendung aufbereitet werden.

„Mit der Erzeugung von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen am Infineon-Standort in Villach wollen wir auf unserem Weg zur CO2-Neutralität den nächsten Schritt für eine nachhaltige und ressourcenschonende Produktion setzen“, sagt Infineon-Vorstand Thomas Reisinger.

Dritter Pfeiler des Millionenprojektes ist die Errichtung einer Wasserstoff-Tankstelle, an der Postbusse mit dem recycelten Kraftstoff betankt werden können. Das Ziel: Der gesamte Busverkehr im Kärntner Zentralraum soll CO2-neutral fließen.

Thomas Leitner
Thomas Leitner
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