Russland schockiert
Schüler mussten Beamtem beim Sport Füße küssen
Das auf YouTube veröffentlichte Video (siehe oben) zeigt Chantimerow beim Besuch einer Schule. Darauf ist zu sehen und zu hören, wie der in Anzug gekleidete Bezirksvorsteher in einer Sporthalle eine Gruppe von Jugendlichen anbrüllt, während diese sich mit Liegestütze abmüht: "Drückt fester! Eins, zwei! Küsst den Fuß!" Auch die Hände des Beamten müssen die sichtlich erschöpften Schüler küssen.
Lilia Gumerova, Kinderrechtsbeauftragte der Region, bestätigte nach Gesprächen mit Eltern und Schülern am Freitag gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax, dass Chantimerow die Jugendlichen dazu gezwungen habe, seine Füße zu küssen. "Es wurde dabei zwar niemand getötet oder verletzt, aber die Kinder haben einen moralischen Schaden erlitten, der durch kein Geld dieser Welt wieder gutzumachen ist", sagte Gumerova.
"Weiterer Fall von grausamer Kindesmisshandlung"
Zustimmung erhält sie dabei von Russlands oberstem Kinderrechtsbeauftragten, Pawel Astachow. "Wir haben es hier mit einem weiteren Fall von grausamer Kindesmisshandlung zu tun", sagte er und fügte hinzu: "Wir haben ein Stadium in unserer Entwicklung erreicht, in dem Autoritätspersonen verstehen sollten, dass sie gegenüber Kindern eine Verantwortung haben und ihre Macht nicht missbrauchen dürfen, um ihnen Schaden zuzufügen."
In Russland wird der Sportunterricht an Schulen traditionell häufig mit strengen militärischen Drill vollzogen, ein Erbe der Sowjetzeit. In den vergangenen Jahren haben die Behörden aber versucht, andere Methoden einzuführen. Bislang offenbar mit mäßigem Erfolg.
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